Vergiss nicht zu leben

Warum Minimalismus und Sparsamkeit nicht dein Leben bestimmen sollten

Ich schreibe hier auf Minimalisch viel über Minimalismus und Sparsamkeit und darüber, dass du dein Geld nicht verschwenden solltest. Heute möchte ich darüber schreiben, dass du trotz all dieser Dinge nicht vergessen darfst zu leben.

Lass dein Leben nicht vom Minimalismus bestimmen, sondern nutze ihn als Werkzeug für ein glücklicheres Leben.

Verliere deine Ziele nicht aus den Augen

Wenn du dir beim Sparen als Ziel gesetzt hast nach Indien zu reisen, dann vergiss nicht, diese Reise aus anzutreten, wenn du das Geld dafür zusammen hast. Wenn du dir kein spezielles Ziel gesetzt hast, sondern nur geplant hast, Abenteuer zu erleben, dann gehe raus und erlebe Abenteuer, anstatt immer nur weiter zu sparen. Es ist zwar gut, wenn das Sparen zur Gewohnheit geworden ist, aber denke immer daran, dass du ein Ziel damit verfolgst. Du sparst, damit du etwas Einzigartiges erleben kannst, nicht um Zinsen auf der Bank zu sammeln. Auf deine Ziele solltest du aber nicht nur beim Sparen, sondern auch beim Minimalisieren achte. Wofür machst du dir die Mühe deinen Besitz zu minimieren? Willst du einfach etwas mehr Freiraum oder soll dein kompletter Besitz in einen Rucksack passen, damit du um die Welt reisen kannst? Frage dich zwischendurch was du erreichen möchtest, damit du deine Zeit nicht unnötig damit verbringst dich von immer mehr Besitz zu trennen.

Wenn du dein Ziel erreicht hast, solltest du das erst einmal genießen.

Lass dir Zeit damit, dir neue Ziele zu stecken und genieße dein neues Leben, die gewonnene Freiheit und die Tatsache, dass dein Sparschwein bis zum Rand gefüllt ist und unglaubliche Abenteuer auf dich warten. Nimm dir Zeit zu realisieren, dass sich vieles verändert hat.

 

Verschaffe dir einen Überblick

Von wie vielen Dingen hast du dich schon getrennt? Wie viel mehr Platz hast du jetzt in deiner Wohnung und wie voll ist dein Sparschwein? Du hast sicher schon enorme Fortschritte gemacht. Sei stolz auf dich. Ich bin es auch. Erinnerst du dich noch daran, wie schwer es dir am Anfang fiel, dich von etwas zu trennen? Und jetzt besitzt du fast nur noch Dinge, die du auch wirklich brauchst. Wahnsinn, was du geschafft hast. Das hat dich viel Zeit und Nerven gekostet, also belohne dich für deinen Erfolg.

Gehe raus und lebe wieder, statt dich zu verkriechen um deinen Besitz weiter zu minimieren.

Ja, das ein oder andere Liebhaberstück steht noch im Regal und wird höchstens alle paar Monate angeschaut, aber sei nicht so streng mit dir. Es fühlt sich doch gut an, oder? Auch mit den paar Dingen, von denen du dich vielleicht auch noch trennen könntest. Lass sie einfach dort stehen, wo sie sind. Entweder erfreust du dich zwischendurch noch an ihnen oder es kommt der Punkt, an dem du auch diese Dinge unbedingt loswerden möchtest. Beides ist ok.

 

Minimalismus ist wie ein Rhythmus

Wenn du dich die ganze Zeit nur auf Minimalismus und Sparsamkeit konzentrierst, kommt irgendwann vielleicht der Punkt, an dem sich das Ganze automatisiert. Du musst nicht mehr darüber nachdenken, wie und wo du Geld sparen kannst und das Aussortieren von Dingen fällt dir längst nicht mehr schwer. Es ist wie ein Rhythmus, der dein Leben bestimmt.

 

Lass es nicht zum Zwang werden

Wenn dieser Rhythmus dein Leben bestimmt, wird es Zeit, dass du dein Leben wieder selbst in die Hand nimmst.

Lass den Minimalismus einfach einmal Minimalismus sein.

Schnapp dir 20 Euro aus deinem Sparschwein, ruf deine Freunde an und geh mit ihnen in ein Restaurant. Mach das, bevor du in einen Trott verfällst, der dich nicht merken lässt, dass dein Leben nur noch aus Sparen und Minimalisieren besteht. Halte dich an meine Spartipps, aber vergiss nicht zu leben. Nur weil du sparst und minimalisierst und deine Priorität dein Sparziel sein soll, heißt das nicht, dass du dein Leben vernachlässigen sollst. Zwischendurch für einen Augenblick auszubrechen hilft dir dabei durchzuhalten bis du dein Ziel erreicht hast.

 

Einfach einmal ausbrechen

Ich merke bei mir selbst gerade, dass sich vieles in meinem Leben um Minimalismus dreht und dass ich weiterhin ein absoluter Sparfuchs bin, obwohl wir inzwischen unser Wohnmobil gekauft haben und genug Ersparnisse für die nächsten Monate da sind. Es ist nicht schlecht, dass ich spare, obwohl ich es nicht unbedingt müsste, aber manchmal merke ich, dass ich ausbrechen und etwas erleben möchte. Und das mache ich dann auch. Egal wie viel ich gerade eigentlich zu tun hätte. Ich gehe dann an einen See und liege einfach faul in der Sonne oder gehe eine Runde am Fluss spazieren. Dabei kommen mir meistens richtig gute Ideen, die mir viel Zeit und Arbeit ersparen. Und wenn so ein kleiner Ausflug einmal nicht ausreicht, um einen klaren Kopf zu bekommen, geht es eben mit dem Wohnmobil zum Gardasee. So etwas kostet zwar ein paar Euro, aber es ist mehr als wichtig, dass du bei all dem Ernst im Leben nicht vergisst zu leben und zu genießen. Sparen und Ausmisten kann auch zwanghaft werden und spätestens dann wird es ungesund. Klar sollst du Preise vergleichen und nicht immer zum teureren Produkt greifen, aber übertreibe es nicht. Du hast Lust auf den sündhaft teuren Markenpudding? Wie lange ist es her, dass du deinen Lieblingspudding das letzte Mal gegessen hast? Drei Monate oder sogar schon vier? Dann schlag zu und lass ihn dir so richtig schmecken.

Ohne schlechtes Gewissen.

Bei solchen Dingen geht es in deinem Portemonnaie um Centbeträge, aber für deine Seele ist so etwas Gold wert.

 

Werde nicht verbissen

Immer wieder höre ich von meinen Lesern, dass sie bei bestimmten Dingen ein Problem haben sich davon zu trennen. „Ich muss dieses Ding noch unbedingt loswerden, aber es fällt mir so unendlich schwer“. Ganz ehrlich, wenn es dir wirklich so schwer fällt, dann behalte das Ding! Minimalismus soll kein Zwang sein.

Du bestimmst die Regeln.

Halte dich nicht länger als nötig mit einzelnen Gegenständen auf. Minimalismus soll dafür sorgen, dass du mehr Zeit und Freiraum für die schönen Dinge im Leben hast. Steigere dich nicht zu sehr in das Thema hinein. Du machst das alles um ein schöneres Leben zu führen. Es soll nicht dein Leben sein. Lies dir auch Michaels Gedanken dazu auf Minimalismus-Leben durch. Wer sich intensiv mit dem Thema Minimalismus beschäftig, weiß, dass es auch eine „dunkle“ Seite gibt.

 

Fazit

So wichtig es auch ist beim Minimalisieren nicht aufzugeben und dranzubleiben, so wichtig ist es auch, sich zwischendurch eine Pause zu gönnen und einfach zu leben. Mach dir bewusst, dass auch etwas so positives wie Minimalismus zum Zwang werden kann. Behalte deine Ziele im Auge und nimm dein Leben selbst in die Hand. Minimalismus soll dein Leben bereichern.

Minimiere deinen Konsum, nicht dein Leben.

Merkst du auch manchmal, dass der Minimalismus versucht dein Leben zu bestimmen?

Mehr Artikel zum Minimalismus und seinen Folgen:

Mein Besitz belastet mich

Lebst du um zu arbeiten?

Was wäre ein Leben ohne Wohnung

Minimalismus verändert dich

13 Comments

  1. Toller Artikel danke…
    Das Thema beschäftigt mich gerade :-) Das Leben selbst wollen wir ja schließlich nicht vergessen und verlernen…
    Liebe Grüße
    Dagmar

    • Silke

      11. Juli 2016 at 10:12

      Hallo Dagmar,
      irgendwie ist dieser Artikel schon fast wie eine Antwort auf meinen Artikel, in dem es um den Zwang des Minimalisierens geht.
      Schön, wenn er dir gefällt. :-)
      Lieben Gruß, Silke

  2. Gustl und Annett Estermann

    22. Mai 2015 at 18:01

    Hallo Ihr „Drei“,
    ich hab heute Deine Ansichten ausführlich gelesen und bin sehr berüht wie leicht Du ein doch „schweres Leben“ schildern kannst. Mit schwer mein ich den enormen Kram der sich im Laufe der Zeit ansammelt und einem die Luft zum Atmen und Leben nimmt. Ich hab jetzt schon echt Lust zum „Lüften“, Deine Worte sind wie ein Wegweiser. Ich fühl mich jetzt schon besser und hab diese Entscheidung gerade erst verinnerlicht.
    Ich freue mich auf das was kommt.
    Danke für die guten Gedanken und bis bald.
    Wir finden das total wichtig was Ihr lebt.
    Annett und Gustl

    • Silke

      23. Mai 2015 at 7:50

      Das freut mich sehr, dass ich ein wenig zum Umdenken oder Nachdenken anregen konnte. Ich bin gespannt, was ihr für euch umsetzt und wie es euch dann damit geht. Ich bin mir sicher, dass ihr euch auch freier fühlen würdet. Scheut euch nicht, mir Fragen zu stellen, wenn etwas unklar ist oder ihr einfach mehr zu einem Thema wissen möchtet.
      Liebe Grüße
      Silke

  3. Hallo Silke,
    schöne Reisen mit dem Wohnmobil! Besonders der letzte Satz in deinem Artikel „Minimiere deinen Konsum, nicht dein Leben.“, gefällt mir sehr gut.
    LG von Anne

    • Silke

      20. Mai 2015 at 13:26

      Danke Anne!
      Dieser Satz beschreibt auch einfach sehr gut das Motto von Minimalisch. More Money for Adventures.
      Hier geht es nicht nur darum sich von überflüssigem Besitz zu trennen, sondern auch darum sein Leben zu genießen und etwas zu erleben.
      Liebe Grüße
      Silke

  4. Liebe Silke,
    was für ein großartiger Artikel! Ich finde dein Text bringt das Motto deines Blogs absolut auf den Punkt. More money for more adventures – minimalistisch und nachhaltig leben, aber auch das Leben in vollen Zügen genießen und die Dinge tun, die dich glücklich machen. Ich hoffe, dass du mit deinem Artikel viele Menschen erreichst und ihr Leben bereicherst! Made my day!

    • Silke

      19. Mai 2015 at 22:40

      Vielen vielen Dank Yvonne.
      Ich hoffe, dass das noch mehr Menschen so sehen wie du.
      Es war mir einfach wichtig, das noch einmal klarzustellen.
      Habt Spaß da draußen und stellt die Welt auf den Kopf
      You made my day with your comment
      Liebe Grüße
      Silke

  5. „Minimiere deinen Konsum, nicht dein Leben.“
    Liebe Silke, dieser Satz ist sowas von phantastisch. Für mich hat das sowas wie § 1 vom Minimalismus-Grundgesetz – wobei ich ja eigentlich der Meinung bin, dass es sowas nun wirklich nicht braucht – egal 😉

    • Silke

      19. Mai 2015 at 20:05

      Danke Gabi. Ich bin auch gegen Minimalismus-Gesetze, aber es freut mich, wenn sich Menschen finden, die mit mir einer Meinung sind.
      Lieben Gruß
      Silke

    • Das ist der Satz, der mich auch sofort total angesprungen ist! Dank für den tollen Beitrag, der es echt voll auf den Punkt bringt!

      lg
      Maria

  6. Hallo Silke,

    die Reportage mit dir war sehr schön. Du warst zwar sehr nervös. Doch das ginge mir genauso. Eine Frage: Willst du den Stauraum, diese vielen leeren Regalfächer bei dir zu Hause auch noch minimieren? Oder was hast du vor damit? So wirkte das etwas seltsam, also noch nicht wirklich reduziert. Da ist ja einiges freigeworden. Hab damals alles den Studenten geschenkt an leeren Schränken.

    Maximalismus zwischendurch finde ich ganz wichtig. Mal einen ganzen Kuchen essen oder mir mein altes Sofa wieder kaufen. Neue T-Shirts oder auch mal was Überflüssiges und einfach Geld raushauen. Genau!

    Liebe Grüße – Tanja

    • Silke

      19. Mai 2015 at 16:54

      Hallo Tanja,
      die leeren Regale, die man in dem kleinen Beitrag sehen konnte, haben wir inzwischen an Freunde weitergegeben oder verkauft. So machen wir das mit allen Sachen, die wir selbst nicht mehr brauchen. „Einfach Geld raushauen“ kommt für mich auch nicht in Frage, wenn ich mein Leben genieße. Mir ist es wichtig immer mit Bedacht zu konsumieren. Mir geht es darum, dass man nicht von einem Extrem ins andere rutscht. Aber wenn dir so ein „Kaufrausch“ dabei hilft, dein Leben ansonsten minimalistisch zu gestalten, freue ich mich, dass du einen Weg für dich gefunden hast.
      Lieben Gruß
      Silke

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