Welche Spuren wirst du auf der Welt hinterlassen?

Wenn du gehst …

Wir alle werden Spuren hinterlassen. Auch du musst diese Welt irgendwann verlassen. Daran gibt es nicht zu rütteln. Aber was bleibt dann von dir? Welche Spuren hinterlässt du auf der Welt? Die meisten Menschen hinterlassen viele Dinge, die andere Menschen an sie erinnern werden, aber auch unglaublich viele Dinge, die kein Mensch gebrauchen kann. Während Fotos und Selbstgemachtes vielleicht noch gerne als Erinnerungsstück aufbewahrt werden, landen die meisten anderen Sachen im Müll oder erschweren den Abschied. Aber was, wenn du fast gar nichts mehr besitzt? Was hinterlässt du der Welt, wenn du ohne all diese materiellen Dinge lebst?

Welche Spuren ich NICHT hinterlassen möchte

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Meine Wohnung während des Ausmistens.

Bisher habe ich mich ja hauptsächlich damit beschäftigt, was ich NICHT hinterlassen möchte. Keine vollgestopften Schränke, mit Dingen, die niemand gebrauchen kann, keinen billigen Plastikkram und auch nicht mehrfach den gleichen Gegenstand, auch wenn er mir noch so nützlich erscheint. Ich möchte einfach nicht, dass mein „Gerümpel“ später in einem Keller oder auf einem Dachboden landet, bis sich irgendwann jemand ein Herz fasst und alles entsorgt. Ich möchte Dinge hinterlassen, die noch einen Mehrwert haben, die weiter genutzt werden können oder unserer Umwelt wenigstens nicht so viel Schaden zufügen.

 

Spuren hinterlassen: Erinnerungen statt Dinge

Hier auf Minimalisch geht es ja viel darum, Erinnerungen statt Dinge zu sammeln. Daher gehe ich auch lieber reisen als shoppen. Viele dieser Erinnerungen sammelst du aber hauptsächlich für dich und wenn du uns verlässt, verschwinden sie mit dir. Das ist natürlich sehr schade.

Wie kannst du deine Mitmenschen an deinen Erinnerungen teilhaben lassen?

Damit du all deine tollen Erinnerungen an Reisen, Abenteuer und andere schöne Erlebnisse nicht mit dir ins Grab nimmst, solltest du sie schon vorher mit deinen Mitmenschen teilen. So kannst du deine eigenen Spuren hinterlassen:

  • Blog: Erstelle ein Bog, in dem du deine Geschichten teilst. So kann jeder an deinen Abenteuern teilhaben und deine Erinnerungen bleiben im Gedächtnis. Das kannst du entweder öffentlich, für die ganze Welt sichtbar, machen oder nur für deine Liebsten, die sich mit einem Passwort einloggen können.
  • Diashow: Mache nach deinen Reisen oder Abenteuern kleine Diashows mit deiner Familie oder deinen Freunden. Bilder bleiben besser im Gedächtnis als Worte. Außerdem kannst du dir so regelmäßig einen schönen Nachmittag mit Freunden und Familie machen und alle bleiben auf dem neuesten Stand.
  • Tagebuch: Jeden Tag aufzuschreiben, was du gemacht hast, kann schnell langweilig und auch anstrengend werden. Aber wie wäre es, wenn du jede Woche etwas in dein Tagebuch schreibst und zum Beispiel Eintrittskarten oder Fotos mit einklebst? Ganz oldschool, aber total persönlich und auch Generationen später noch ein echter Hingucker.
  • Gemeinsamkeiten: Am einfachsten ist es natürlich, wenn du deine Abenteuer nicht alleine erlebst. Dann teilst du sie ja automatisch mit den Menschen, die du mitnimmst und eure gemeinsame Geschichte wird auch von mehr Leuten weitererzählt. An ein gemeinsam erlebtes Abenteuer erinnert man sich auch Jahre später noch zurück und fühlt sich, als wäre es erst gestern gewesen.
  • Postkarten: Lasse deine Familie und Freunde wissen wo du gerade steckst. Neben Messengern, Facebook und Skype gibt es auch immer noch die gute alte Postkarte. Meine Familie hat aus jedem Land eine Karte bekommen, auf der ich kurz beschrieben habe, wie es mir dort gefällt oder was das Besondere an diesem Ort ist. Die wenigsten Menschen schmeißen Postkarten einfach weg, also ist es eine super Möglichkeit deine Erinnerungen an andere weiterzugeben.

 

Was du tust zeigt wer du bist

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Müll sammeln in Varkala, Indien

So, oder so ähnlich hieß es auch schon in einem der Batman Filme. Ich glaube ich zitiere diesen Satz sogar schon zum zweiten Mal. Aus gutem Grund, denn es steckt unglaublich viel Wahrheit darin. Was bringt es der Welt, wenn du allen erzählst, wie wichtig es ist auf Nachhaltigkeit zu achten, kein Fleisch zu essen und nur Dinge zu kaufen, die du wirklich brauchst? Vielleicht kannst du den ein oder anderen davon überzeugen, so zu handeln, doch mehr Einfluss hast du mit Sicherheit, wenn die Menschen um dich herum sehen, was du tust und was du anders machst als sie. Gehe also voller Stolz mit deinem Jutebeutel zur Kasse, bedanke dich im Restaurant für die große Auswahl an veganen oder vegetarischen Gerichten oder sei der einzige in einer Gruppe, der sich in der Stadt nicht das super coole neue Designer-Shirt kauft. Lebe den Menschen vor, wie man Dinge anders machen kann. Das bleibt mehr im Gedächtnis und regt besser zum Handeln an als tausend Worte. Worte hinterlassen keine Spuren im Sand, aber Taten.

Ameisen_Spuren_hinterlassen

Ameisen sind zwar klein, aber trotzdem hinterlassen sie Spuren.

 

Welche Spuren ich hinterlassen möchte

Du kannst mit deinem Handeln sehr stark beeinflussen, welche Spuren du auf dieser Welt hinterlassen wirst. Und je mehr du dabei deiner eigenen Linie treu bleibst, desto stärker bleibst du anderen damit im Gedächtnis. Wenn du nicht möchtest, dass du als bedeutungslos in Erinnerung bleibst, solltest du anfangen an deinem Image zu arbeiten. Überlege dir, was du in der Welt verändern kannst. Das muss nichts großes, weltbewegendes sein. Jeder noch so kleine Schritt zählt. Ich möchte zum Beispiel gerne als reisende Minimalistin im Gedächtnis bleiben, die einen Hang zur Weltverbesserin hat und lieber ein Leben lang mit wenig Geld lebt und glücklich ist, als reich aber unglücklich zu sein. Ich möchte Spuren hinterlassen, auf die ich stolz sein kann und die ich nicht noch schnell versuchen werde zu verwischen, bevor ich gehe.

Tust du mir einen Gefallen?
Beantworte mir doch eine der Fragen in den Kommentaren:
  • Welche Spuren möchtest du der Welt hinterlassen?
  • Wie lässt du andere an deinen Erinnerungen teilhaben?

 

2 Comments

  1. Spannend dass Du diesen Blogartikel hier geschrieben hast. Wir sind gerade dabei anderen das Spurenhinterlassen (und vielleicht auch das Wieder-in-Kontakt-kommen) zu erleichtern, indem sie ihre Geschichte erzählen können und dann (in Audio-Konserven-Form) an ihre Angehörigen weitergeben können. Noch ist es in der Planung, aber bald in der Realität und buchbar :-)
    Was ich gerne hinterlassen möchte?: Anstöße etwas anders zu machen, zu hinterfragen, achtsamer zu sein. Wenn ich so die Leben anderer Menschen beeinflussen kann und dadurch dauerhaft etwas beitragen kann, dass diese Welt für alle Lebewesen ein besserer Ort wird, das wäre mein Lieblings-Vermächtnis :-)

  2. Ich erzähle gerne und häufig von meinen Erinnerungen und manche finden auch den Weg in meinen Blog.
    Hinterlassen werde ich der Welt etwas ganz wertvolles meine Töchter und ich hoffe das die Welt gut auf sie aufpasst wenn ich nicht mehr bin. Sonst komm ich nämlich wieder zurück 😉

    Lg Aurelia

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