Sparen auf Reisen ohne zu verzichten

Sparsam unterwegs

Unsere Wohnmobil-Reise durch Spanien ist nun schon ein paar Tage her, aber ich möchte unbedingt noch mit dir teilen, wie auch du deine Reisen sparsam gestalten kannst ohne auf Abenteuer verzichten zu müssen. Einige Tipps funktionieren nur, wenn du mit einem Wohnmobil oder Camper unterwegs bist, aber die meisten Tricks kannst du auch anwenden, wenn du auf andere Weise reist.

Reisevorbereitungen

Tanken_Sparen_auf_Reisen

Vor unserer Reise haben wir grob kalkuliert wie viele Kilometer wir etwa fahren werden und mit dem Dieselpreis in Spanien (hier findest du eine Tabelle für Europa) unsere Gesamtkosten für die Tour berechnet. Wir haben uns auch vorab informiert wo der Diesel günstiger ist und sind daher durch Luxemburg gefahren (auf dem Bild siehst du wie wir dort tanken). Zudem haben wir darauf verzichtet über mautpflichtigen Straßen zu fahren. Das kostet zwar etwas Zeit (und manchmal auch Nerven), aber dadurch haben wir mehrere hundert Euro gespart. Für Lebensmittel haben wir die gleiche Summe berechnet wie in Deutschland, da wir nicht genau wussten wie teuer das Einkaufen in Spanien sein würde und wir auch gerne zwischendurch ins Restaurant wollten. Die Kosten für Gas, Reparaturen, Stellplätze und Internet haben wir auch grob überschlagen und laufende Kosten wie Handy und Versicherungen dazugezählt. So wussten wir wie hoch unsere Fixkosten sein würden und konnten uns dementsprechend darauf einstellen.

 

Erfahrungen unterwegs

Unterwegs kommt es dann doch häufig anders als du zuhause gedacht hast. Der Spritpreis weicht von den Angaben im Internet ab, der Kühlschrank geht kaputt, so dass du weniger Gas benötigst und so weiter. Für uns waren sämtliche Veränderungen positiv. Der Dieselpreis lag deutlich unter unserer Berechnungsgrundlage, Lebensmittel sind in Spanien meist deutlich günstiger als in Deutschland und für Stellplätze haben wir auf der kompletten Tour nur etwa 25 Euro bezahlt statt der erwarteten 10 Euro pro Tag. Die Reparaturkosten lagen etwas höher als gedacht, da unser Auspuff geschweißt werden musste, aber diese Kosten konnten wir durch die Ersparnisse in anderen Bereichen gut ausgleichen.

 

Essen in Spanien (gilt auch für viele andere Länder)

Essen_unterwegs_Sparen_auf_Reisen

 

Auch in Spanien gibt es Lebensmittel, die unglaublich teuer sind. So zahlst du zum Beispiel für Käse deutlich mehr als in Deutschland. Neben dem kaputten Kühlschrank (der sich im Nachhinein übrigens als voll funktionsfähig herausstellte …) haben uns auch die enorm hohen Preise davon abgehalten häufig Käse zu essen. Wenn du dich in Spanien jedoch hauptsächlich von Gemüse, Obst und Nudeln ernährst, wirst du das deutlich in deinem Portemonnaie spüren. Da viele Obst- und Gemüsesorten in Spanien angebaut werden, bekommst du diese Lebensmittel fast schon hinterhergeworfen. Vor allem Paprika, Auberginen, Zucchini, Tomaten und Nektarinen sind unverschämt günstig. In Spanien kannst du auch gut und günstig auswärts essen. Schaue dich dazu am besten in den kleinen Nebenstraßen um und halte Ausschau wo die Einheimischen essen gehen. Das ist immer ein guter Anhaltspunkt für leckeres Essen und faire Preise. Passe deine Essgewohnheiten also ein wenig dem regionalen Angebot an, wenn du MORE MONEY FOR ADVENTURES haben möchtest. Das funktioniert eigentlich in allen Ländern dieser Welt.

 

Sparen auf Reisen kann so einfach sein

Es muss nicht der luxuriöse Campingplatz direkt am Strand sein und das Bier aus dem Supermarkt schmeckt auch nicht anders als das Bier in der Strandbar. Überlege dir, was dir wirklich wichtig ist. Willst du Komfort beim Duschen auf dem Campingplatz mit Brötchenservice am Morgen oder kannst du nicht auch einfach zum nächsten Supermarkt joggen, dort Frühstück besorgen und auf dem Rückweg am Strand duschen gehen? Wenn du bei den alltäglichen Dingen auf Komfort verzichtest, kannst du eine Menge Geld sparen und damit dann die wirklich tollen Abenteuer finanzieren. Ein weiterer einfacher Trick um Geld zu sparen ist die Wahl des Supermarktes in dem du einkaufen gehst. Deutsche Supermarktketten haben auch in anderen Ländern ähnliche Preise wie in Deutschland. Hier kannst du also nicht viel sparen. Trau dich ruhig in die kleineren, lokalen Geschäfte. Dort hast du zwar oft eine kleinere Auswahl, aber die Lebensmittel stammen meist aus der Region und sind deutlich günstiger als in den großen Supermärkten. Noch besser ist es, wenn du deine Einkäufe in ganz kleinen Orten tätigst. Dort kannst du richtige Schnäppchen machen und unterstützt zugleich die Bauern aus der Umgebung.

 

Übernachten (mit Wohnmobil)

Stellplätze_Sparen_auf_Reisen

Wenn du mit dem Wohnmobil unterwegs bist, hast du dein Zuhause immer dabei. Trotzdem musst du einen Platz für die Nacht finden, an dem du stehen darfst und an dem du dich sicher fühlst. Vor Antritt der Reise dachten wir, dass wir gelegentlich auf Campingplätzen übernachten müssten, die vor allem in der Hochsaison ziemlich teuer sind. Auch bei den einfacheren Wohnmobilstellplätzen hatten wir damit gerechnet, dass wir häufig Stellplatzgebühren zahlen müssen. Am Ende kam alles anders, denn wir haben fast immer kostenlos geparkt. Es gibt wahnsinnig viele kostenlose Stellplätze in Spanien, aber auch in Frankreich und Deutschland und vielen anderen Ländern. Außer in den großen Städten findest du eigentlich überall einen guten Platz für die Nacht. Die Stellplätze sind nicht immer sonderlich schön, aber wenn du am nächsten Tag eh weiter möchtest spielt das eigentlich keine Rolle. Mir war immer wichtig, dass wir nach Möglichkeit nicht die Einzigen auf dem Stellplatz waren. So habe ich mich einfach sicherer gefühlt. Unsere Übernachtungsplätze haben wir über eine Stellplatz-App gefunden. Du findest dort auch Bewertungen der Stellplätze und Infos über die Ausstattung (Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten etc.). Es muss also nicht immer der Stellplatz mit toller Aussicht oder hightech Entsorgungsanlage sein (wobei auch diese manchmal kostenlos sind). Parke lieber etwas außerhalb und laufe zu den Sehenswürdigkeiten oder zum Strand. Etwas Bewegung hat noch nie geschadet und von dem gesparten Geld kannst du dir am Zielort vielleicht einen Wunsch erfüllen. Als wir zum Beispiel in Tarifa angekommen sind und festgestellt haben, dass wir bis dahin viel weniger Geld ausgegeben haben als wir einkalkuliert hatten, konnten wir uns die 50 Euro pro Person für die Whale Whatching Tour (Bilder findest du auf Instagram)ohne Probleme leisten.

 

Übernachten (ohne Wohnmobil)

Wenn du mit dem Flugzeug angereist bist und somit dein Zuhause auf Zeit vor Ort suchen musst, guckst du am besten vorab auf Plattformen wie Hostelworld oder Hostelbookers nach einem günstigen Hostel mit guten Bewertungen. Es muss nicht immer ein Hotel sein. Wenn du deine Privatsphäre brauchst (zum Beispiel weil du mit deinem Partner unterwegs bist) kannst du in vielen Hostels auch Einzel- oder Doppelzimmer buchen. Wenn du das Risiko liebst und in der Nebensaison unterwegs bist, buche doch trotzdem einen größeren Schlafsaal. Mit etwas Glück hast du einen riesigen Raum ganz für dich alleine. Du möchtest lieber eine kleine Wohnung oder ein Zimmer in einer privaten Unterkunft mieten? Dann kann ich dir Air BnB empfehlen. Dort findest du in so ziemlich jedem Land tolle Unterkünfte zu meist sehr fairen Preisen. Achte auch darauf, dass es häufig Rabatte gibt, wenn du etwas länger in einer Unterkunft bleibst. Die beste Möglichkeit um nicht nur einen Schlafplatz zu finden sondern auch Land, Leute und Kultur besser kennenzulernen, ist meiner Meinung nach Couchsurfing. Du zahlst nichts für die Unterkunft und lernst tolle Menschen aus dem jeweiligen Land kennen. Ich selbst habe Couchsurfing bisher in Deutschland (bei der Wohnungssuche in Bayern) und in Irland (auf unserer Backpacking-Reise) genutzt und war total begeistert.

 

Kostenlos ist am sparsamsten

Abenteuer müssen nicht immer Geld kosten. Darüber habe ich ja auch schon in meinen Artikeln über einen Tag am Meer und Langsam reisen und das Leben genießen geschrieben. Wenn du in einem neuen Land oder einer neuen Region bist, gibt es unglaublich viel zu entdecken, für dass du keinen Cent ausgeben musst. Schau dir die Städte und Orte an, gehe wandern und genieße die Natur um dich herum. Du wirst staunen wie viele kostenlose Abenteuer du erleben kannst. Klar, die großen Sehenswürdigkeiten kosten meist Eintritt, aber die wahren Abenteuer verstecken sich dort wo du es nicht erwartest. So ist das Sparen auf Reisen ganz einfach und du verpasst keine Abenteuer.

 

Weitere Tipps und Tricks um unterwegs zu sparen findest du im Spartipp #8.

 

 

4 Comments

  1. Hallo,
    Wir haben auch ein Womo und und nutzen dieses in jeder freien Minute für kleine “Abenteuer“.
    Fürs ganze aussteigen hat es bisher noch nicht gereicht. :(

    Was ich dich fragen wollte. Wie machst du das mit einer Krankenversicherung? Hast du da eine?

    Grüße Roland

    • Silke

      5. November 2015 at 12:36

      Hallo Roland,
      das mit dem kompletten Ausstieg muss ja auch nicht sein 😉 Einfach so immer wieder Abenteuer zu erleben ist ja auch schön.
      Aber was genau hält dich davon ab?
      Zu deiner Frage: Ich bin freiwillig gesetzlich krankenversichert. Ich zahle einen verminderten Betrag, da ich nur geringe Einkünfte habe. Da ich die nächsten Monate außerhalb Europas sein werde, wird meine KK auf Anwartschaft gesetzt (ist in der Selbstständigkeit die bessere Wahl) und ich habe eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen.
      Wenn du dazu noch Fragen hast, kannst du mir auch gerne eine Mail an info@minimalisch.de schreiben.
      Liebe Grüße,
      Silke

  2. Was ich gerne wissen möchte ist, wenn man ja keinen Beruf mehr hat und kein Einkommen, braucht man doch trotzdem etwas Geld, zum überleben, zum tanken. Essen usw
    Irgendwann ist ja das Geld verbraucht und dann ? Verdienst du mit dem Blog denn genug dafür oder unterstützt deine Familie euch ein wenig? Ich finde es toll so zu leben. Habe auch damals meinen Beruf aufgegeben und kam mit einem Minimum klar,aber ich bin nicht verreist und bedauere es heute.
    Alles Gute und gib niemals auf, denn man lebt nur einmal Francine

    • Silke

      2. November 2015 at 13:22

      Hallo Francine!
      Ich arbeite von unterwegs. 😊 Ich baue mir gerade eine ortsunabhängige Selbstständigkeit auf, wozu mehr oder weniger auch dieses Blog gehört. Ich korrigiere aber auch Bücher und Blogposts und verdiene mir so etwas dazu. Bislang reicht das noch nicht, um davon zu leben. Der Rest wird bisher durch Ersparnisse aufgestockt. Meine Familie würde ich nicht um Geld bitten, da ich auf eigenen Beinen stehe. Das hat bis jetzt immer super funktioniert und ich hoffe, dass das auch so bleibt.
      Du schreibst, dass du dir auch mal eine Weile eine „Auszeit“ gegönnt hast. Könntest du das nicht wieder tun? Was hält dich davon ab, dann auch zu reisen?
      Liebe Grüße,
      Silke

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