Spanien, wir kommen!

Jetzt geht es endlich los

Wir fahren mit unserem Wohnmobil Charly los in Richtung Spanien. Nachdem die letzten Wochen und vor allem die letzten Tage mit Planung und Terminen vollgestopft waren, freue ich mich schon darauf, einfach alles hinter mir zu lassen. Ein paar Dinge müssen natürlich auch noch einen Tag vor der Abfahrt erledigt werden, aber es wäre ja auch langweilig, wenn am letzten Tag schon alles vorbereitet wäre. Ich habe schon während des Studiums immer gesagt, dass ich so lange ein Motivationsproblem habe, bis ich ein Zeitproblem habe.

 

Dinge, von denen man sich gerne ablenken lässt

Der erste Knackpunkt war, dass wir vor der Abreise nach Spanien erst nach NRW mussten, um uns bei unseren Eltern zu melden. Ohne Meldeadresse kommst du in Deutschland nämlich nicht weit. Das kostet natürlich Zeit. Für die Fahrt von Bayern nach NRW haben wir uns zwei Tage Zeit gelassen, da wir mit Charly maximal 80 km/h fahren, um die Spritkosten möglichst gering zu halten. Vielleicht hast du auf Twitter mitverfolgt, dass wir uns unterwegs noch mit Thorsten von Dr. Camp getroffen haben, der auf dem Weg von Dortmund zum Gardasee war. Nach unserem Treffen ging es für uns noch weiter bis kurz hinter Würzburg, damit wir die Hälfte der Strecke schon vor dem Schlafengehen hinter uns lassen konnten. Neben einer Vollsperrung der Autobahn, wegen dem Abriss einer Brücke, wurden wir auch von einem wunderschönen Sonnenuntergang überrascht, der uns bis zu unserem ersten Wohnmobilstellplatz begleitete.

Sonnenuntergang_Würzburg

 

Durch die Vollsperrung bekamen wir auch die Würzburg aus nächster Nähe zu sehen. Wegen solcher Erlebnisse rege ich mich inzwischen auch nicht mehr über Umleitungen und ähnliches auf. Nach einer erholsamen Nacht ging es dann ohne weitere Zwischenfälle weiter nach Iserlohn (NRW), wo uns neben meiner Mom auch mein Lieblingshund Hermi erwartete, der nur schwer wieder aus dem Wohnmobil zu locken war. Spazierengehen und Kuscheln mit Hermi waren natürlich eine willkommene Abwechslung und Ablenkung von den bevorstehenden Aufgaben und der Nervosität, die so langsam aufkam.

Lieblingshund_Hermi_Wohnmobil

 

Und noch mehr Ablenkungen

Am nächsten Tag haben wir uns dann auf den Weg zum Unperfekthaus in Essen gemacht, um uns mit dem Team von weggedacht.de zu einer Geschäftsidee auszutauschen. Wenn du einmal im Ruhrgebiet bist und einen Ort zum Arbeiten oder Kreativsein suchst, solltest du unbedingt im Unperfekthaus vorbeischauen. Du zahlst dort einen kleinen Eintritt (in dem alle alkoholfreien Getränke schon enthalten sind) und kannst dann dort die Räumlichkeiten, wie zum Beispiel die Holzwerkstatt oder verschiedene Seminarräume, nutzen. Wifi natürlich inklusive. Der perfekte Ort für Digitale Nomaden wie mich. Bevor wir uns dann letzte Woche endlich um Ordnung und Sauberkeit im Wohnmobil kümmern konnten, wurden wir noch von einem kleinen Vogel aufgehalten, der aus seinem Nest gefallen war. Da er noch nicht fliegen konnte, musste er abgeholt und zur Vogelaufzucht gebracht werden. Die ganze Aktion hat etwa eine Stunde in Anspruch genommen. Die Zeit war eigentlich anders verplant, aber ein Tierleben geht für mich einfach vor.

Vogel_retten_Wohnmobil

 

Traditionen und Familie

Auch Familie und Freunde durften natürlich nicht zu kurz kommen, wenn wir für mehrere Monate nach Spanien verschwinden. Neben einem gemütlichen Abend mit spanischen Tapas, gemeinsamem Frühstück und auf dem Balkon Melone essen bei 38° C, waren wir auch auf dem heimischen Schützenfest. Das hat hier Tradition und ich habe mich gefreut, ein paar Leute aus meiner Schulzeit zu treffen.

 

Arbeitsteilung

Das Wochenende war somit schneller um als erwartet und es blieben nur noch zwei Tage übrig, um die restlichen Dinge zu erledigen. Das Wäschewaschen hat meine Mutter übernommen (Danke Mama!), damit ich endlich mal wieder einen Artikel für dich schreiben kann. Wahrend ich hier sitze, warte ich noch auf ein Päckchen, das nur von mir persönlich entgegengenommen werden kann. Mein Freund ist währenddessen unterwegs und besorgt noch ein paar Kleinigkeiten, die wir die letzten Tage offenbar vor Aufregung vergessen haben.

 

Gleich geht es los!

Eigentlich darf ich gar nicht daran denken, dass wir morgen nach Spanien aufbrechen wollen. Ich bin aufgeregter als ein kleines Kind, das zum ersten Mal auf Klassenfahrt fährt, und das Gefühl, noch etwas vergessen zu haben, lässt mich wahrscheinlich erst los, wenn wir so weit weg sind, dass es sich nicht lohnt umzudrehen. Aber die Vorfreude überwiegt natürlich. Endlich kann ich die Welt entdecken und dabei meinem Job nachgehen. Weltweit Bücher und Blogposts korrigieren oder selber schreiben und dabei nur die wichtigsten Dinge dabei haben. Keine vollgestopften Zimmer. Kein stundenlanges Putzen der Wohnung mehr. Leben mit den notwendigen Dingen (zuzüglich Technik für die Arbeit).

 

Abschied

Inzwischen ist Mittwoch. Tag der Abreise. Gestern standen noch so viele Dinge an, dass ich nicht mehr dazu gekommen bin, den Text zu beenden. Abends waren wir noch mit meiner Familie lecker essen und haben den Abend gemütlich (aber völlig überdreht) bei meiner Mom ausklingen lassen. Obwohl ich unglaublich müde und erschöpft war, habe ich verdammt unruhig geschlafen. Seit etwa fünf Uhr kann ich nicht mehr richtig schlafen. Der Himmel weint mal wieder zum Abschied. Wie an unserem letzten Tag in Bayern. Ich weine nicht. Auch wenn ich Familie und Freunde natürlich vermissen werde. Ich freue mich auf die Reise und bin in erster Linie einfach nur müde. Ich werde mich gleich fertig machen, damit wir relativ früh losfahren können.

NEXT STOP: Luxemburg. Tanken. Weil es dort günstiger ist.

 

Freust du dich schon auf meine ersten Abenteuer im Wohnmobil?

>>>Hier geht es zum ersten Abenteuer-Bericht!<<<

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8 Comments

  1. Da sieht man mal wieder, dass Pläne völlig überflüssig sind, weil eh immer alles anders kommt. „Euer“ Vogelküken mit seiner Punkfrisur finde ich übrigens ganz herzerweichend! :)
    Weiterhin alles Gute für euch beide!

    • Silke

      22. Juli 2015 at 22:39

      Hi Nele!
      Absolut! Es ist nichts so gekommen, wie wir es geplant haben, außer, dass wir unsere Reise total genießen.
      Dem Vögelten geht es sicher gut und er trägt inzwischen wahrscheinlich einen stolzen Iro 😉
      Danke und Liebe Grüße
      Silke

  2. Hallo Silke!

    Das klingt wirklich gut – und gleich schon mit dem prallen, ungeplanten Leben 😉 Ist euer Fahrradträger nun wieder okay?
    Alles Liebe und habt eine wunderbare Fahrt!!
    Wir freuen uns schon auf Deinen nächsten Bericht :-)

    Liebe Grüße!
    Andrea + Chris

    • Silke

      13. Juli 2015 at 10:28

      Hallo :-)
      Der Fahrradträger ist wieder ganz. Die Toilette mussten wir inzwischen auch reparieren und unser Kühlschrank funktioniert nur noch über 12V oder 230V 😉 Alles sehr Minimalisch, wenn sogar ein funktionierender Kühlschrank zum Luxus wird :-) Aber wir sind glücklich. So gibt es eben mehr Obst und Gemüse und weniger Molkereiprodukte.
      Liebe Grüße
      Silke

  3. Hach, das hört sich alles so toll und spannend an. Ich beneide euch ein bisschen und wünsche euch eine gute Fahrt und vor allem ganz viele wunderschöne Eindrücke und einzigartige Momente.

    • Silke

      9. Juli 2015 at 21:03

      Dankeschön :-)
      Ich werde so viel wie möglich über die Reise berichten.
      Wir haben nur noch 600km bis Andorra vor uns :-) Vielleicht kommen wir schon morgen dort an.
      Liebe Grüße
      Silke

  4. Hi,
    ich bin schon so gespannt wie es euch auf der Reise geht. Was ihr so erlebt und wie das Leben im Wohnmobil ist. Und auch wie ihr unterwegs arbeitet.
    Mir selbst fällt gerade die Decke auf den Kopf. Umso mehr freue ich mich auf den nächsten Artikel. Ich stelle mir das alles so spannend und toll vor. :-)

    Ich wünsche euch alles Gute und Liebe auf eurem neuen Lebensweg. Genießt es!

    Liebe Grüße aus Tirol,
    Anne

    • Silke

      9. Juli 2015 at 8:52

      Hallo Anne,
      wir sind auch total gespannt. Wir sitzen jetzt gerade in Frankreich vor einem McD, der noch geschlossen hat, und bedienen uns am kostenlosen W-Lan 😉
      Nächster Halt ist ein Baumarkt, weil unser Fahrradträger sich auf einer Seite verabschiedet hat. Die Bikes machen es sich gerade vor unserem Badezimmer gemütlich 😛
      Wir bleiben wohl doch einen Tag länger in Frankreich als geplant, aber das macht nichts.
      Bisher gefällt uns das Leben im Wohnmobil sehr gut. Keine weiten Wege durch die Wohnung und alles hat seinen Platz, damit es während der Fahrt nicht durch die Gegend fliegt 😉
      Wir fahren dann gleich mal weiter, damit unsere Bikes wieder an die frische Luft können.
      Liebe Grüße
      Silke

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