1 Roller, 2 Backpacks, mein Freund und ich

Wir wussten nicht ob unser Plan aufgehen würde, mit nur einem Roller und zwei Backpacks die Insel Bali zu erkunden, aber wir waren guter Dinge. Mein Rucksack kam vorne zwischen Dirks Beine. Sein Backpack war etwas größer, so dass er dort nicht hin passte, also musste ich ihn auf meinen Rücken packen. Mein kleiner Handgepäckrucksack fand im Helmfach seinen Platz und Dirk trug seinen kleinen Rucksack vor der Brust. Es passte tatsächlich und wir fielen hier so vollgepackt nicht weiter auf, da die Roller für alle möglichen Transporte verwendet werden.

9 Gründe warum du auf Bali kein Auto brauchst

Es gibt sicher noch viel mehr Gründe, die hier auf Bali für die Nutzung eines Rollers sprechen, diese sollen dir nur einen kleinen Überblick verschaffen, falls du tatsächlich darüber nachgedacht haben solltest ein Auto zu mieten.

  • Mit einem Roller kommst du viel schneller voran.
  • Du kannst Lücken zwischen den Autos ausnutzen.
  • Die Straßen sind oft so schmal, dass sie nur breit genug für ein Auto sind. Bei Gegenverkehr wird es also eng.
  • In einige Straßen dürfen Roller in beide Richtungen hineinfahren, auch wenn es für Autos eine Einbahnstraße ist.
  • Auf einen Roller passt mehr als du dir vorstellen kannst. Ein großer Kofferraum wird total überbewertet. Wenn du schon einmal in Asien warst oder Berichte gesehen hast, dann verstehst du, was ich meine.
  • Die Miete für einen Roller ist deutlich günstiger als für ein Auto.
  • Einkäufe kannst du zwischen deine Beine stellen oder ins Helmfach packen.
  • Du nimmst deine Umgebung viel intensiver wahr, weil du nicht von Blech umgeben bist.
  • Du kannst jederzeit irgendwo anhalten ohne auf große Parkplatzsuche gehen zu müssen.

 

Von Kuta nach Canggu mit dem Roller

Verkehrschaos

Verkehrschaos_Bali_Asien

Eine gewöhnliche Kreuzung auf Bali. Sieht harmloser aus, als es ist.

Auf ging es also ins Verkehrschaos von Kuta. Absoluter Wahnsinn wie viele Roller dort unterwegs sind und wie dort gefahren wird. Als Fußgänger fand ich dieses Wirrwarr schon recht heftig, aber nun war ich mittendrin. Auch für Dirk war es die erste Rollerfahrt in Asien. Ich konnte ihm das nicht ganz glauben, da er gefahren ist wie ein Profi, als hätte er zuvor nie etwas anderes gemacht. Canggu sollte unser nächstes Ziel sein. Ich habe keine Ahnung woher Dirk wusste wo es lang geht. Für mich sahen die Straßen alle gleich aus. Das lag wahrscheinlich daran, dass überall gleich viele Roller unterwegs waren.

Verkehrsregeln

Die „Verkehrsregeln“ sind hier etwas anders. An roten Ampeln solltest du zum Beispiel auf keinen Fall eine Vollbremsung hinlegen. Vor allem nicht, wenn du ganz links fährst oder sogar links abbiegen möchtest. An vielen Kreuzungen dürfen Linksabbieger auch bei rot fahren. Wenn du einfach anhältst ist ein Auffahrunfall quasi vorprogrammiert. Bei Überholmanövern wird meist freundlich gehupt, damit der zu überholende auf dich aufmerksam wird. Es ist übrigens egal ob du links oder rechts überholst. Allgemein kann man sagen, dass auf den Straßen das Recht des Stärkeren gilt. Einem LKW oder auch PKW solltest du also lieber ausweichen als deine eventuell bestehende Vorfahrt einzufordern. Als Rollerfahrer bist du in der Hierarchie recht weit unten angesiedelt, passt dafür aber auch durch jede noch so kleine Lücke, die dir hier auch kaum jemand versperren wird.

Gewöhne dich an den Verkehr – und genieße die Fahrt

Roller_fahren_auf_Bali

Sonne, Fahrwind und viel Spaß auf einer Rollertour.

Nachdem ich mich an das Gefühl gewöhnt hatte jederzeit über den Haufen gefahren werden zu können, habe ich mich etwas mehr umgeschaut, statt mich auf den Verkehr zu konzentrieren. Das solltest du natürlich nur tun, wenn du, wie ich, als Beifahrer auf dem Roller sitzt. Es ging vorbei an Warungs, kleinen Shops und Hütten, entlang an den ersten Reisfeldern und Holzwerkstätten mit riesigen Bambusstämmen und wunderschön verzierten Holzschränken. Überall waren am Straßenrand Hunde und Hühner zu sehen und Menschen, die an kleinen Ständen oder auf kleinen Wagen Essen verkauften. Es roch nach allen möglichen Leckereien, nach Räucherstäbchen und Rauch. Überall qualmte, dampfte und rauchte es und irgendwann wurde es ruhiger um uns herum.

Canggu – Unterkunftssuche

Weniger Verkehr, weniger Lärm. Wir waren in Canggu angekommen. Wir fragten an mehreren Homestays nach den Preisen für ein Zimmer für zwei Nächte. Eines war besetzt, das andere zu teuer und ein weiteres sagte uns nicht zu. Entschieden haben wir uns schließlich für den Homestay bei Oka’s Bakery. Zur Unterkunft fährst du einen schmalen Weg entlang, der mit grünen Pflanzen mit bunten Blüten gesäumt ist.

Weg_Guesthouse_Canggu

Unser Weg zum Guest House in Canggu.

Der Preis lag ein wenig höher als eigentlich angedacht (250.000 IDR/Nacht), aber dafür war das Frühstück inklusive, das Zimmer riesig und echt schön und das Bad der absolute Wahnsinn. Waschbecken, Badewanne, Toilette und eine halb draußen liegende Stein-Dusche. Für etwas 17€ pro Nacht wirklich ein Traum. Wifi war natürlich auch vorhanden, wenn auch deutlich langsamer als in Kuta. Mit etwas Geduld kannst du dort aber alles erledigen, was es online zu erledigen gibt.

Eine kühle Dusche

Dusche_Canggu_Guesthouse

Unsere Dusche in Canggu.

Die Dusche haben wir auch direkt getestet, da wir ziemlich verschwitzt waren. Zu der hohen Luftfeuchtigkeit auf Bali kam auf der Fahrt hinzu, dass wir langärmlige Shirts getragen hatten, um uns keinen Sonnenbrand zu holen. Mal abgesehen davon, dass es zwischen einem Backpack auf dem Rücken und meinem Freund vor mir eh schon ziemlich heiß war. Das Wasser war herrlich und ich fühlte mich nach der Dusche wie neu geboren. Jetzt wurde es Zeit Canggu zu erkunden.

Essen in Canggu

BuMi_Warung_Canggu_Essen

„Buffet“ im Bu Mi Warung in Canggu.

Um uns herum war unglaublich viel Natur und auch das Meer war nur wenige Minuten entfernt. Überall waren kleine Läden und Warungs, die Essen anboten. Unser Abendessen haben wir im Bu Mi zu uns genommen. Ein Warung, das nur wenige hundert Meter von unserer Unterkunft entfernt lag. Ein echt hübsches kleines Restaurant mit einer großen Auswahl an verschiedenen Leckerbissen. Hier kannst du dir nach belieben von allem etwas aussuchen. Eine Speisekarte mit festen Gerichten gibt es nicht. Auch als Vegetarier hast du im Bu Mi eine riesige Auswahl an leckerstem Gemüse, Tofu, Bohnen, Tempeh, Kartoffelpüree-Bällchen, Nudeln … Reis gab es in rot, weiß und gelb. Wobei mir der gelbe am besten geschmeckt hat, da er mit Kokosmilch zubereitet wurde. Von der Hälfte der Dinge weiß ich nicht genau was es war, aber es war alles unglaublich lecker. Wir haben uns einen großen Teller geteilt und sind für 30.000 IDR (etwa 2€) beide satt geworden. Auf dem Rückweg zur Unterkunft haben wir uns noch ein Bintang gekauft, mit dem wir den Abend haben ausklingen lassen.

Fazit

Canggu gefiel mir deutlich besser als Kuta. Auch der Verkehr war hier deutlich relaxter und du wurdest nicht an jeder Ecke angesprochen ob du etwas kaufen möchtest. Man merkt sofort, dass dies ein Ort für Surfer ist. Alles ist irgendwie langsamer und ruhiger. Es war eine tolle Erfahrung einfach loszufahren und zu schauen wo wir die nächste Nacht verbringen. Hätte es uns in Canggu überhaupt nicht gefallen, hätten wir einfach weiterfahren können. Ein tolles Gefühl so frei zu sein. Am nächsten Tag haben wir einen Wassertempel besucht. Darüber berichte ich dir dann im nächsten Artikel. Wenn das Internet gut genug ist, lade ich auch ein Video von unserer Fahrt dorthin hoch, also nicht verpassen.

Hast du Fragen zu Bali oder interessiert dich etwas ganz besonders? Schreib einen Kommentar, ich würde mich riesig freuen!

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