Hyperborea – Per Anhalter zum Nordkap

Ich habe auf Minimalisch schon häufiger erwähnt, dass das Reisen per Anhalter eine super Möglichkeit ist um von A nach B zu kommen. Du lernst neue Leute kennen, kommst schneller an dein Ziel als zu Fuß, sparst Geld und eine gute Portion Nervenkitzel ist natürlich auch dabei. Ich selbst bin bisher nur in Irland per Anhalter gefahren, wo ich durchweg gute Erfahrungen gemacht habe. Ganz anders sieht es da bei Jannis von Jannis’ Life aus. Er hat schon viele Länder per Anhalter bereist. Zuletzt ist er von Leverkusen zum Nordkap getrampt. Ziemlich verrückt, finde ich. Und mutig. Und alles andere als normal und gewöhnlich. Daher habe ich mich auch sehr gefreut, dass Jannis seine Reise auf Video festgehalten und zu einem Film zusammengeschnitten hat. Ich war auf der Premiere in Leverkusen und möchte dir heute von einem wirklich besonderen Abend berichten.

 

Jannis’ Life und Minimalisch

Vorab möchte ich dir noch kurz erzählen woher ich Jannis kenne und was er so macht. Jannis ist Blogger und Autor. Er trampt durch die Welt und erzählt auf seinem Blog und in seinen Büchern von seinen Abenteuern zwischen Straßenrand und tiefster Wildnis. Er ist 19 und hat dieses Jahr sein Abitur gemacht. Auch kurz vor den Prüfungen hatte er nichts anderes im Kopf als wieder loszuziehen und die Welt zu entdecken. Auch über seine Erlebnisse kurz vor den Abiprüfungen berichtet Jannis auf seinem Blog. Wie du vielleicht schon ahnst, haben wir uns über das Bloggen kennengelernt. Genauer gesagt über die DNX, die Digitale Nomaden Konferenz in Berlin. Wir haben uns sofort gut verstanden. Ohne Minimalismus kommt man als Tramper nicht weit. Die DNX war im Mai 2015. Ich war schon vorher ein paar Mal auf seinem Blog gelandet und war jedes Mal wieder fasziniert davon, wie mutig er durch Welt trampt und sich „nebenbei“ seine Selbstständigkeit aufbaut. Mit 19. In dem Alter wäre ich im Traum nicht auf die Idee gekommen ein Gewerbe anzumelden und per Anhalter wohin auch immer zu fahren. Trampen kam für mich früher nicht in Frage. Auch heute würde ich nicht alleine zu einem Fremden ins Auto steigen. Ich war irgendwie froh, dass Jannis’ auf seiner Reise zum Nordkap einen Freund und Mitstreiter dabei hatte.

 

Der Abend der Premiere

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Das Plakat zum Film Hyperborea (rechts siehst du Jannis)

Ich fuhr also mit meinem Freund nach Leverkusen. Diesen Film durfte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Ich war bisher nur kürzere Strecken per Anhalter gefahren und hatte nie ein weit entferntes Ziel vor Augen. Das Nordkap ist fast 4.000 Kilometer von Leverkusen entfernt. In meinen Augen der absolute Wahnsinn diese Strecke per Anhalter zurücklegen zu wollen. Ich wollte unbedingt wissen, wie Jannis das angestellt hatte und war gespannt mit welchen Problemen aber auch positiven Erlebnissen er auf seiner Reise konfrontiert wurde. Als wir in Leverkusen ankamen, wir waren viel zu früh, spürte ich schon die Spannung in der Luft. Das lag sicher auch an Jannis’ Nervosität, so eine Premiere macht man schließlich nicht jeden Tag, aber da war noch etwas anderes. So ein Kribbeln. Beim Anblick des großen Filmplakats überkam mich so ein Abenteuerdrang und unglaubliche Vorfreude auf den Film. Nach einem kleinen Erfrischungsgetränk ging es dann endlich los.

 

Meine Erwartungen

Ich hatte mich auf einen Film gefreut, bei dem ich Jannis ein klein wenig besser kennen- und verstehen lerne. Auf einen Film, der mir Einblicke in das Leben eines Trampers gibt. Mehr Erwartungen hatte ich eigentlich nicht. Schließlich war es Jannis’ erster Film und keine Hollywood-Produktion. Ich wollte einfach einen schönen Abend verbringen und das Fernweh etwas füttern.

 

Per Anhalter zum Nordkap

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Im hohen Norden wird es nachts nicht dunkel. (Originalbild von Jannis)

Hyperborea. Ein großer Titel, der in der Ethymologie das paradiesische Land jenseits des Nördlichen bezeichnet. Skandinavien war schon immer eine Region, die mich fasziniert hat. Wie sehr mich jedoch Jannis’ Abenteuer mitreißen würde, konnte ich nicht ahnen. Ich werde dir keine Details des Films erzählen. Das wäre zu schade. Dazu musst du ihn dir schon selber ansehen. Aber ich werde dir verraten was dich bei Hyperborea erwartet, damit du gar nicht erst auf die Idee kommst, dass du den Film nicht sehen möchtest. Der Film war nicht bloß unterhaltsam. Er war mitreißend und steckte voller Emotionen. Es war spannend zu sehen, wie die zwei jungen Männer in tiefster Dunkelheit am Straßenrand stehen und nicht wissen ob sie weiter trampen sollen oder lieber einen Schlafplatz suchen. Immer wieder wurde mir klar, wie unglaublich mutig Jannis und sein Freund sind. Mutig und wahnsinnig spontan. Sie wollten über Berlin nach Polen fahren, aber haben dann doch einen völlig anderen Weg eingeschlagen. Sie ließen sich nie von ihrem Ziel abbringen, egal welche Umwege sie dafür in Kauf nehmen mussten und egal wie lange sie dafür mit ausgestrecktem Daumen an der Straße stehen mussten. Diese Ausdauer und dieses Leben in der Lage wird den beiden sicher auch in ihrem weiteren Leben viele Erfolge einbringen. Zwischendurch war ich allerdings auch den Tränen nah, da unklar war, ob sie das Nordkap je erreichen würden. Stundenlanges Warten, Lebensmittelknappheit und sogar Schüsse im Wald sorgten immer wieder für Spannung und Nervenkitzel. Doch es wurde auch viel gelacht. Nicht nur auf Jannis’ Reise selbst, sondern auch im Zuschauerraum. Neben lustigen Partybildern und ausgefallenen „Schlafbrillen“ waren es häufig auch Jannis’ eingesprochene Kommentare, die mich zum Lachen gebracht haben. Jannis hat mit seinem Film eine unglaubliche Atmosphäre erzeugt, die dir nicht nur einen Einblick in ein Leben per Anhalter gibt, sondern dich in das Abenteuer zum Nordkap eintauchen lässt. Er nimmt dich einfach mit auf Reisen. Ob du willst, oder nicht. Beim Schreiben bekomme ich noch immer eine Gänsehaut. Es ist schön, wenn die eigenen Erwartungen so maßlos übertroffen werden. Danke Jannis.

 

Meine Learnings

Der Film hat mich sehr viel gelehrt. Er hat mir gezeigt, dass es sich lohnt mutig zu sein und dass Spontanität besser als jeder Plan ist und dich an Orte und zu Menschen bringt, die du auf einer Pauschalreise nie gefunden hättest. Jannis hat mir mit Hyperborea auch klar gemacht, dass Angst zum Leben und auch zum Reisen dazugehört. Du musst ihr ins Auge blicken und stark sein, wenn du wirkliche Abenteuer erleben willst. Es geht immer irgendwie weiter und auch ein Schritt zurück ist ein wichtiger Schritt in deinem Leben. Ein weiteres Learning ist auf jeden Fall, dass Alter definitiv keine Rolle spielt.

Wenn du den Film auch sehen möchtest, kannst du ihn als DVD erwerben. Du bekommst 10% Rabatt, wenn du als Gutscheincode minimalisch angibst. Wenn du auf den folgenden Link klickst, ist der Gutscheincode sogar schon automatisch eingetragen: zur DVD von Hyperborea

Und ja, ich bekomme eine kleine Provision, wenn du den Film über den Link kaufst. Keine Panik, du hast wie immer meine ehrliche Meinung gelesen. Der Text ist schon entstanden, bevor ich von dieser Provision wusste und ich lasse mich grundsätzlich nicht kaufen.

Schau dir den Trailer zum Film an und schreibe mir in den Kommentaren was du davon hältst!