Blogreihe Nachhaltigkeit Teil 3

Spülmittel  selber machen aus natürlichen Zutaten

Nachdem ich letzte Woche erfolgreich ein nachhaltiges Deo hergestellt habe, bin ich auf den Geschmack des Selbermachens gekommen. Es sollte auch diesmal wieder besonders einfach und mit nur wenigen Zutaten herzustellen sein. Ich habe mich entschieden, dass ich Spülmittel selber machen möchte. Nach längerem Suchen und tollen Tipps einiger Leser war klar, dass ich keine Lauge anrühren würde. Es gab dennoch unzählige tolle Möglichkeiten, wie du Spülmittel selber machen kannst.

 

Soooo viele Möglichkeiten

Ich habe erfreulicherweise unglaublich viele Tipps bekommen und auch selber im Internet total unterschiedliche Rezepte gefunden, wie du Spülmittel selber machen kannst. Das Problem war dann, dass ich mich irgendwie entscheiden musste. An ein paar Überlegungen hierzu möchte ich dich gerne teilhaben lassen, da die Ideen eigentlich sehr gut sind, aber doch ihre Nachteile aufweisen.

 

Waschnüsse

Waschnüsse waren einer der ersten Tipps, die genannt wurden. Diese Nüsse kann man nicht nur zum Spülen, sondern auch zum Waschen verwenden. Das gefiel mir natürlich ziemlich gut, da ich somit auch das Waschmittel-Problem gelöst hätte. Kopfzerbrechen bereitete mir jedoch, dass das Produkt aus Indien importiert wird, und dadurch die Preise vor Ort enorm angestiegen sind. In Indien sind Waschnüsse quasi das Standardwaschmittel, das seit jeher verwendet wird. Ich möchte nicht, dass die Inder sich ihr Waschmittel nicht mehr leisten können, nur damit ich „nachhaltig“ waschen und spülen kann. Vielleicht reise ich ja mal nach Indien. Dann bringe ich mir lieber selbst ein paar Waschnüsse mit.

 

Kastanien

Als Alternative zu Waschnüssen werden auch gerne Kastanien verwendet. Super! Die gibt es hier an jeder Ecke. Nur leider nicht im Mai … Diese Variante werde ich erst im Herbst testen können.

 

Efeu

Efeu? Diese giftigen, grünen Blätter, die sich an Hauswänden emporranken? Genau. Auch daraus kann man, wegen der enthaltenen Saponine, Wasch- und Spülmittel selber machen. Das Rezept ist ganz einfach. Man sollte das Spülmittel jedoch immer möglichst frisch zubereiten, damit sich keine Keime bilden. Das war für diese Versuchsreihe erst einmal das Ausschlusskriterium, da ich gerne eine Variante haben wollte, die etwas länger hält, damit ich nicht ständig neues Spülmittel selber machen muss.

 

Kartoffelschalen

Kartoffelschalen

Spülmittel aus Kartoffelschalen klang für mich anfangs wirklich etwas seltsam, aber da ich noch ein paar Kartoffeln zu Hause hatte, die unbedingt verbraucht werden mussten, gab ich dem Ganzen eine Chance. Auch Kartoffeln enthalten diese mysteriösen Saponine, die scheinbar in allem enthalten sind, aus dem du Spülmittel selber machen kannst. Die Haltbarkeit des Kartoffel-Spülmittels ist zwar nicht besser als beim Efeu, aber wie gesagt, die Knollen wollten unbedingt verarbeitet werden. Kartoffelschalen waren also mein vorläufiger Sieger und ich machte mich an die Arbeit.

 

Das brauchst du für Spülmittel aus Kartoffelschalen

Zutaten_Spuelmittel_selber_machen

Schalen von etwa acht mittelgroßen Kartoffeln

2 TL Natron (verstärkt die Spülleistung, kannst du aber auch weglassen)

400ml kochendes Wasser

Ein großes Einmachglas oder ähnliches

 

Prüfe am besten bevor du anfängst, ob dein Glas auch wirklich dicht ist. Ich habe ziemlich viel von dem Sud auf meinem Balkon verteilt und musste dann ein anderes Gefäß auftreiben. Das war auch nicht völlig dicht, wodurch die Gärung etwas gebremst wurde.

 

So kannst du aus Kartoffelschalen Spülmittel selber machen

Erst einmal musst du Kartoffeln schälen. Irgendwie logisch. Du brauchst ja die Schalen.

 

Kartoffelschalen_im_Glas

Danach füllst du sie in dein Glas, …

 

Kartoffelschalen_Natron

fügst das Natron hinzu …

 

Aufguss_Kartoffelschalen

und übergießt das Ganze mit dem kochenden Wasser.

 

Kartoffelschalen_Sud

Deckel drauf und 30-45 Minuten ziehen lassen.

Jetzt das Glas ordentlich schütteln. Davon existieren leider keine sinnvollen Fotos, da ich das Gebräu ja auf dem Balkon verteilt habe.

Es sollte sich schon etwas Schaum bilden. (Das war bei mir leider nicht der Fall, wahrscheinlich auch, weil die Kartoffeln schon relativ alt waren.)

Der Sud muss jetzt 12 Stunden ziehen und zwischendurch immer wieder einmal geschüttelt werden. Wenn das Glas abgekühlt ist, stell es am besten in den Kühlschrank.

 

Spuelmittel_selber_machen

Nach 12 Stunden kannst du den Sud durch ein Sieb abschütten und in eine Flasche abfüllen.

 

 Mein Kartoffel-Spülmittel

Ich muss gestehen, dass mein Spülmittel zwar funktioniert, aber ganz und gar nicht so aussieht wie bei anderen, die dieses Rezept ausprobiert haben. Das selbstgemachte Spülmittel sollte eher aussehen wie ein frisch gezapftes Bier. Wenn das nächste Mal Kartoffeln auf dem Speiseplan stehen, werde ich das Rezept noch einmal mit frischen Kartoffeln und ohne Natron ausprobieren und dir hier darüber berichten. Aber wie gesagt, funktionieren tut es auch so. Mein Geschirr ist schön sauber geworden. Du darfst jedoch nicht vergessen, alles kurz klar abzuspülen, da sich sonst ein Stärkefilm auf deinem Geschirr bildet. Da es sich hier um ein reines Naturprodukt handelt und nicht um ein Spülmittelextrakt, brauchst du auch deutlich mehr davon als gewöhnlich. Pro Spülgang würde ich eine Tasse des Spülmittels verwenden. Das kommt aber sicher auch darauf an, wie gut es gelungen ist und wie viel der Saponine in deinen Kartoffeln enthalten war.

 

Mein Backup-Spülmittel

Da ich schon während der Herstellung des Kartoffel-Spülmittels gemerkt habe, dass es sich nicht so verhält, wie es sollte, habe ich noch eine weitere Version getestet, wie man Spülmittel selber machen kann. Mir gefällt diese Variante sogar noch besser als alle anderen, da man sie einfach so nebenbei herstellen kann.

 

Aus Nudelwasser Spülmittel selber machen

Ich hatte schon vor ein paar Wochen irgendwo gelesen, dass Spülmittel auch aus Nudelwasser hergestellt werden kann. Also habe ich noch einmal etwas recherchiert und herausgefunden, dass das Rezept noch einfacher ist, als alle anderen. Am nächsten Tag gab es bei mir also Nudeln. Es ist so simpel, dass ich auf eine richtige Anleitung verzichten werde. Koche einfach wie gewohnt deine Nudeln, schütte das Wasser ab, aber fange es in einem Gefäß auf und lass es dir erst einmal schmecken. Nach dem Essen hat sich auf dem Nudelwasser schon eine dünne glibberige Haut gebildet, die du schon verwenden kannst um deine Pastateller zu spülen. Falls das Spülmittel auch nach längerer Zeit nicht richtig fest werden sollte und du nicht gerne mit dieser Flüssigkeit spülen möchtest, kannst du das Nudelwasser auch noch etwas reduzieren, indem du es einfach noch einmal aufkochst.

 

Fazit

Beide von mir hergestellten Spülmittel funktionieren wirklich gut. Du musst zwar immer mit klarem Wasser nachspülen, aber dafür verwendest du keine Chemie mehr. Das Spülmittel aus Nudelwasser ist mein klarer Favorit, da wir regelmäßig Nudeln essen und somit immer an Nachschub kommen, ohne langen Gärungsprozess oder ähnliches. Das Nudelwasser kannst du zudem auch als Putzmittel verwenden. Das werde ich dann für dich testen, wenn ich aus Berlin zurück bin. Den Kartoffelschalen werde ich auch noch eine Chance geben. Ich glaube, dass mein eher schlechtes Ergebnis daran lag, dass meine Kartoffeln schon etwas zu alt waren und auch daran, dass mein Gefäß undicht war. Blöd gelaufen, aber so könnt ihr wenigstens aus meinen Fehlern lernen.

Wäre Nudelwasser-Spülmittel für dich eine Alternative? Oder findest du das ekelig?

zu Nachhaltigkeit Teil 4

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9 Comments

  1. Ich mag es immer gerne etwas „duftig“ 😉 Denkst Du, man könnte einen Spritzer Orangenöl an das Spüli geben? Ich denke nicht, dass dann das Geschirr einen Fettfilm bekommt, vielleicht verträgt sich jedoch das Kartoffelspüli nicht mit dem Orangenöl…

    2, 3 Spritzer Orangenöl mache ich mir auch immer an die Roggenmehl-Haarwäsche bzw. das „Duschbad“ 😉

    Bin gerade erst auf Deinen Blog gestoßen. Bin gespannt, was Du noch so für minimalistische Anregungen hast :-)

    • Silke

      16. Juni 2017 at 14:36

      Hallo Caja,
      das ist eine gute Frage. Das habe ich noch nicht getestet. Würdest du es mal ausprobieren und dann hier darüber berichten?
      Viel Spaß noch beim Stöbern auf Minimalisch. :-)
      Lieben Gruß,
      Silke

  2. Ich mache Geschirrspülmaschinenmittel immer selber….
    4Teile Soda
    1Teil Salz oder Geschirrspülsalz
    1Teil Zitronensäure

  3. Hallo Silke,

    coole Tipps, tolle Seite, klasse Sache Dein „Minimalisch“!
    Ich bin da auch gut dabei und freue mich über jeden, der sich auf die Einfachheit des Lebens besinnt. Ich schaue also ab sofort öfter bei Dir rein. 😉

    Zum Thema Kastanien kann ich Dir nur empfehlen, Dir im Herbst einen Vorrat zuzulegen. Ich wasche seit letztem Herbst mit Kastanien meine Wäsche und bin total begeistert! Kein olles/teures Waschpulver mehr, sondern einfach nur die Geschenke von Mutter Natur nutzen – so liebe ich das!

    Ich wünsche Dir viele begeisterte Leser und freue mich auf weiteren Austausch.
    Herzlich grüßt,
    Kristina

    • Silke

      20. Mai 2015 at 19:42

      Hallo Kristina,
      vielen Dank für das Lob. Das freut mich wirklich sehr.
      Wenn ich im Herbst irgendwo bin, wo es Kastanien gibt, werde ich sammeln was das Zeug hält. Wenn nicht, muss ich meine Neffen mal fragen, ob sie für mich Kastanien sammeln gehen. 😉 Danke für den Tipp.
      Ich freue mich schon auf weitere Kommentare (oder auch Mails) von dir.
      Lieben Gruß
      Silke
      PS: Ich bin verliebt in dein Logo.

      • Na das freut mich aber sehr! Ich liebe mein Logo auch! Initialen, Yin und Yang, Sonne und Mond… dafür könnte ich meinen Grafiker immer wieder aufs Neue herzen 😀

        Ja, lass uns sehr gerne in Kontakt bleiben! Minimal(ist)isch leben ist große Klasse uns passt prima zu meiner HerzensReichen LebensKunst. 😉
        Ich bin auch auf FB, Twitter, youtube etc. zu finden. Dafür braucht man zum Glück keine extra Kommode *lach*

        Einen schönen Abend wünsch ich Dir und auf bald!
        Kristina

  4. Ui ich bin begeistert. :-) so einfach wie das geht. Klasse. Ich glaube viel Wissen über solche einfachen Sachen ist verloren gegangen, bzw wurde von der Werbung verdrängt. Bin gespannt wie dein Urteil zum Putzen damit ausfällt, das wäre interessant für mich.
    Ich würde das Geschirrspülmittel ja theoretisch ausprobieren, jedoch benutze ich die Spülmaschine. :-) Hatte schonmal versucht ein Spülmaschinenmittel selbst zu machen, bin jedoch an einer falschen Zutat gescheitert.

    Liebe Grüße, Anne

    • Silke

      12. Mai 2015 at 22:24

      Hallo Anne,
      ich bin auch schon auf die Ergebnisse beim Putzen gespannt. Das muss allerdings leider noch warten, bis es das nächste Mal Nudeln gab. Ich war ein paar Tage nicht zu Hause, also konnte/musste ich auch nicht putzen 😉
      Wenn ich über ein einfaches Rezept für Spülmaschinenmittel stolpere, lasse ich es dich wissen.
      Lieben Gruß
      Silke

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