Blogreihe Nachhaltigkeit Teil 1

Wirst du jetzt zum Öko?

In meinem Beitrag Minimalismus verändert dich hatte ich schon erwähnt, dass Nachhaltigkeit für mich einen immer höheren Stellenwert erlangt. Das hat natürlich etwas mit ökologischem Bewusstsein zu tun, aber das Wort „Öko“ hat immer so einen faden Beigeschmack. Ich lebe einfach bewusster und empfinde Nachhaltigkeit als sinnvoll für mein Leben, meine Gesundheit und meine Umwelt. Da Nachhaltigkeit ein sehr großes Themengebiet umfasst, möchte ich dich ab heute mit auf meinen Weg zu mehr Nachhaltigkeit nehmen und dir zeigen, welche Aspekte mir dabei besonders wichtig sind. Du wirst auch einen kleinen Ausblick auf die kommenden Freitags-Posts bekommen, denn für die nächsten Wochen soll der Freitag unter dem Motto der Nachhaltigkeit stehen.

 

Nachhaltigkeit und Minimalismus

Als Minimalist konsumierst du nur wenig und trennst dich gleichzeitig von vielen Gegenständen, die für dein Leben überflüssig geworden sind. Da somit Konsum und auch Entsorgung einen Platz in deinem Leben haben, bin ich der Meinung, dass auch Nachhaltigkeit eine Rolle spielen sollte. Wenigstens eine kleine.

Besitz loswerden

Du trennst dich durch den Minimalismus von vielen Dingen. Wenn dir Nachhaltigkeit nicht wichtig ist, landet vielleicht all dein überflüssiger Besitz, den du nicht auf Anhieb loswirst, in der Mülltonne. So befreist du dich zwar von all den Dingen, die dich belasten, aber du schadest der Umwelt im großen Maße. Nicht nur, dass deine aussortierten Gegenstände unter hohem Energieaufwand entsorgt werden müssen, auch in die Herstellung ist vorab viel Energie geflossen, die nun nicht sinnvoll weiterverwendet wird. Diese Energie nennt man  „graue Energie“. Gibt du den Gegenstand jedoch an jemanden weiter, kann er weiterhin genutzt werden, es muss kein neues Exemplar für ihn hergestellt werden und die aufgebrachte Energie hatte einen tieferen Sinn. Damit stehst du als Minimalist natürlich oft vor dem Problem, dass du einige deiner Besitztümer nicht direkt loswerden kannst, obwohl du dich geistig schon davon getrennt hast. Am besten stellst du für solche Sachen eine Kiste an einen Ort, an dem sie nicht stört, und hebst sie dort bis zum nächsten Trödelmarkt auf. So musst du die Gegenstände nicht einfach wegwerfen und hast sie gleichzeitig nicht mehr überall in der Wohnung herumstehen. Freiraum schaffst du dir also trotzdem schon einmal.

Neues Konsumieren

Nachhaltigkeit_Produkte

Auch wenn du als Minimalist nicht so viel konsumierst, wie andere Menschen, ist Nachhaltigkeit beim Konsum sehr wichtig. Überlege vor dem Kauf nicht nur, ob du den Gegenstand wirklich brauchst, sondern auch, ob es ein alternatives Produkt gibt, das länger hält, unter besseren Bedingungen hergestellt wurde oder leichter zu recyceln ist. Im letzten Beitrag hatte ich als Beispiel Alu-Grillschalen genannt, die ich persönlich ganz fürchterlich finde. Meine Leserin Christine hat mir geschrieben, dass sie als Alternative eine wiederverwendbare Metallschale verwendet. Eine super nachhaltige Lösung! Auch für die meisten anderen Produkte findet man eine nachhaltigere Möglichkeit, die auch gar nicht unbedingt teurer ist. Ich muss aber gestehen, dass ich inzwischen gerne einen Teil meines Geldes, das ich mir nur den Minimalismus spare, in nachhaltige Produkte investiere. (Eigentlich müsste ich mein Motto ändern … More Money for Adventures and Nachhaltigkeit … klingt aber blöd.) Vor einigen Monaten brauchte ich beispielsweise einen neuen Rucksack. Er sollte vielfältig einsetzbar sein, genug Platz für Kleidung und Laptop bieten und nachhaltig produziert worden sein. Es wundert mich bis heute, aber ich bin schnell fündig geworden. Ich habe mich für einen Vaude Rucksack entschieden, der das Green Shape Label trägt. Der Rucksack wurde aus PET-Flaschen hergestellt (irgendeinen Nutzen müssen sie ja haben …) und ist extrem robust. Er wird mich sicher noch einige Jahre begleiten. Einen ähnlich schönen Fund haben wir gestern gemacht, als wir auf der Suche nach Geschirr für unser Leben im Wohnmobil waren. Eigentlich hatten wir nach dem typischen Melamin-Geschirr geschaut, aber wir sind dann glücklicherweise auf ein Geschirrset aus Bambus gestoßen, das bald unser nachhaltiger, recycelbarer Weggefährte sein soll. Es freut mich total, dass Nachhaltigkeit offenbar auch im Campingbereich eine Rolle spielt.

Reparieren

Zur Nachhaltigkeit gehört für mich auch, kaputte Gegenstände nicht sofort zu entsorgen und durch neue zu ersetzen, sondern zu versuchen sie zu reparieren. Wenn das nicht möglich ist, kann man den Gegenstand eventuell zweckentfremden. Ein kaputter Teller eignet sich im geklebten Zustand vielleicht nicht mehr so gut für das Mittagessen, aber als Deko- oder Bonbonschale macht er sich sicher noch gut. Streue doch ein paar Farbpigmente oder Glitzer auf den noch flüssigen Klebstoff und bemale den Teller, dann sieht er freundlicher aus und die Sprünge im Porzellan sehen nicht mehr nach einem Unfall aus. Das ist auch als Geschenk eine schöne Idee. Bei Gegenständen, zu denen du keine Idee zur Wiederverwendung hast und die du nicht selbst reparieren kannst, kann dir vielleicht ein Freund helfen. Du kannst diese Gegenstände aber auch bei Kleinanzeigenportalen anbieten. Es gibt viele Bastler, die sich darüber freuen. Vergiss aber bitte nicht, eindeutig dazuzuschreiben, dass der Gegenstand defekt ist. Schau dich auch einmal auf der Seite vom Repair Cafe um, dort findest du tolle Tipps.

Selber machen

Nachhaltigkeit_Deo_Zutaten

Hast du schon einmal versucht Fertigprodukte durch Selbstgemachtes zu ersetzen? Bislang war das bei mir eher selten der Fall. Ich habe mich sehr daran gewöhnt, dass man alles schon fertig kaufen kann. Bei meiner Ernährung bin ich schon einen guten Schritt weiter. Ich kaufe fast ausschließlich Obst und Gemüse, welches ich dann (meist erfolgreich) ohne viele andere Zutaten zu schmackhaften Gerichten verwandele. Brötchen mache ich auch zwischendurch selber. In einer Pfanne, da ich keinen Backofen habe. (Wie das geht, erfährst du noch im Rahmen dieser Blogreihe.) Seit ich keine Tüten- oder Mikrowellengerichte mehr esse und auch auf Fertigsoßen verzichte, schmeckt alles viel intensiver. Ich muss meine Gerichte kaum noch würzen und ich nehme viel mehr verschiedene Geschmacksrichtungen wahr. Es dauert ein paar Wochen, bis du deinen natürlichen Geschmackssinn zurück hast, aber es lohnt sich. So tust du also nicht nur der Umwelt, sondern auch dir selbst etwas Gutes, wenn du auf Fertiggerichte, die meist mehrschichtig verpackt sind, verzichtest. Um nicht nur in der Küche, sondern auch im Badezimmer nachhaltigere Produkte zu verwenden, habe ich gestern ein paar Zutaten gekauft, um Deo selberzumachen. Wie das geht und ob das Deo genauso wirkungsvoll ist, wie gekauftes, erfährst du dann am nächsten Freitag.

Fazit

Zur Nachhaltigkeit gehören wahnsinnig viele Bereiche. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass es mir auch oft darum geht, Müll zu vermeiden. Das wird einem oft nicht leicht gemacht. Leicht ist es aber zum Beispiel in der Gemüseabteilung und beim Einkaufen allgemein. Lasse bei deinem Obst und Gemüse die dünnen Plastikbeutel weg und bringe für deine Einkäufe eine wiederverwendbare Tasche mit, statt eine Plastiktüte zu kaufen. So sparst du dir sogar noch ein paar Euro im Jahr. In den nächsten Wochen werde ich nach weiteren Wegen suchen, wie du Müll vermeiden kannst, Produkte selber machen und nach alternativen Produkten Ausschau halten. Du bekommst dann jeden Freitag einen Einblick in das Thema Nachhaltigkeit, inklusive aller von mir getesteter Rezepte, damit du zu Hause alles nachmachen kannst, ohne lange suchen und ausprobieren zu müssen.

Spielt Nachhaltigkeit in deinem Leben schon eine Rolle?

zu Nachhaltigkeit Teil 2

>>>Hier geht’s zur Übersicht der Blogreihe Nachhaltigkeit!<<<

Hinweis

10 Comments

  1. Ich freue mich, dass Du das Thema Nachhaltigkeit aufgreifst und mehr darüber schreiben willst.

    Bin schon sehr gespannt darauf!

    Mit meinen Kindern habe ich fast immer gemeinsam gekocht und versucht ihnen alles beizubringen, was wichtig ist. Auch mein Sohn (18) kann kochen und hat zuletzt sogar Kekse gebacken.

    lg
    Maria

    • Silke

      20. April 2015 at 17:31

      Hallo Maria,
      gemeinsames Kochen ist total wichtig, damit die eigenen Kinder später wissen, wie man sich gesund ernährt und nicht ständig zu Fertigprodukten greifen. Ich habe oft einfach beim Kochen mit in der Küche gesessen und gemalt. Trotzdem habe ich sehr viel mitbekommen, wie ich jetzt immer wieder feststelle. Etwas Gurkenwasser mit in den Nudelsalat, Haferflocken in den Grünkohl … alles Dinge, die ich unterbewusst mitbekommen habe. Ich freue mich auch schon auf die nächsten Wochen und hoffe, dass ich jetzt ein paar Tipps an meine Mutter zurückgeben kann.
      Lieben Gruß
      Silke

      • Auch, wenn ich mich jetzt vielleicht als unwissend oute – wieso Haferflocken in den Grünkohl?!?
        LG Nanne

        • Silke

          12. Mai 2015 at 22:34

          Das kennen viele nicht 😉
          Durch die Haferflocken wird der Grünkohl sämiger und ist nicht so wässerig. Die HAferflocken nehmen ja Feuchtigkeit auf und haben selbst keinen nennenswerten Eigengeschmack.
          Der Grünkohl wird dadurch wohl auch zarter, ich habe allerdings noch keinen Vergleichstest gemacht 😉
          Lieben Gruß
          Silke

  2. Hi,
    Also auf die Blogreihe bin ich schon sehr gespannt. Das Thema Nachhaltigkeit hat einen hohen, wenn auch noch ausbaufähigen Stellenwert in meinem Leben. Ich versuche Müll so gut es geht zu vermeiden, nehme meine Taschen zum Einkaufen mit und kaufe hochwertige Produkte z.B. beim Metzger, Bauernmarkt oder Bäcker. Dort gebe ich, wenn überhaupt nötig, gerne etwas mehr Geld in die Hand für qualitativ bessere Produkte. Man merkt den Unterschied. Heute erst habe ich Karotten vom Bauernmarkt geholt und war sowas von begeistert. Sie war saftig, hat nach Karotte geschmeckt und einfach wie frisch aus dem Garten/Feld. Kein Vergleich zu denen aus dem Supermarkt. Und zum Thema Nachhaltigkeit und graue Energie muss gesagt sein, dass diese Karotten keine Hunderte von Kilometern durch die Gegend gefahren wurden.

    Ein anderer Punkt der mir wichtig ist mit euch zu teilen sind Energiespar- und LED Lampen. Erstere sind durch das Quecksilber hochgiftig und schaden dadurch mehr als sie nutzen. LED Lampen sind zwar energiesparend, jedoch meist in keinster Weise nachhaltig. Geht sie kaputt ist eine Reparatur oder ein Lichtmitteltausch meist nicht möglich und somit muss die komplette Lampe entsorgt und eine Neue gekauft werden. Dazu muss gesagt werden, dass die ach so lange Lebensdauer ein gekonnter Werbegag ist.
    Ja und die graue Energie ist bei beiden sehr hoch. Man sollte also auch vermeintlich nachhaltige Produkte hinterfragen.
    Ein weiteres Beispiel hierfür wären diese Waschnüsse. An sich sind sie ja gut, leider werden diese duch „unsere“ hohe Nachfrage sehr teuer und für den Export kostbar, sodass die Menschen im Ursprungsland chemische Waschmittel benutzen, welche „wir“ einsparen wollen.

    Ach ich könnte immer weiter schreiben. :-)
    Meine Tochter hat übrigens Stoffwindeln am Po. Somit produziere ich auch keine Tonne Windelmüll, der mehrere Hundert Jahre bräuchte zum Verrotten. Spart Geld und ist gut für die Umwelt. Auch trotz des Waschens ist die Energiebilanz besser und verbessert sich auch noch wenn weitere Kinder damit gewickelt werden.

    So, jetzt beende ich meinen Roman. :-)

    Liebe Grüße aus Tirol,
    Anne

    • Silke

      20. April 2015 at 17:23

      Vielen Dank liebe Anne, dass du deine bisherigen Erfahrungen mit uns teilst. Toll, wie viel du schon umgesetzt hast! Ich denke, es ist besser diese Veränderungen nach und nach anzugehen. Dann überrumpelt man sich damit nicht selber. Ich bin schon auf weitere Kommentare von dir in den nächsten Wochen gespannt und hoffe, dass ich noch ein paar Tipps und Tricks für dich haben werde.
      Lieben Gruß
      Silke

  3. Hallo.

    Ich habe vor kurzem mit meinem Großen (20, Hotel Mama) um die Wette gekocht.
    Ich alles frisch, er aus der Tüte…
    Was soll ich sagen, ich war zuerst fertig und satt.
    Abgesehen davon schmeckt mir das fertige Zeug nicht mehr.
    Es ist alles überwürtzt und Einheitspampe.

    Bewuster einkaufen kommt da von ganz alleine,
    Ich möchte wenn ich schon mein Geld dafür geben muß bitte was ordentliches.
    Es muß nicht ein Gemüse wie aus dem Katalog sein, schief und krumm ist absolut OK, solange der Rest stimmt: nämlich der Geschmack und die Haltbarkeit.
    Bei mir hat es jetzt 26 Jahre gedauert darauf zu kommen.
    Und seit dem geht es mir wesentlich besser.
    Ich hab letzt mit einem Teenie gesprochen.
    Er jammerte , keine Zeit, kein Geld, das übliche in dem Alter .
    Ich hab zu ihm gesagt,
    Wer weniger kauft hat mehr Geld ( im Sinne von einfach raushauen das Geld)
    Und mehr Zeit.
    denn er muß nicht soviel aufräumen.
    Er denkt warscheinlich immer noch, ich bin nicht von dieser Welt.
    Aber daran gewöhne ich mich langsam,.
    Ich auf weiter Beiträge gespannt.
    Liebe Grüße

    • Silke

      17. April 2015 at 17:43

      Hallo,
      vielen Dank für deinen wundervollen Kommentar. Viel mehr Eltern sollten mit ihren Kindern um die Wette kochen, um ihnen zu zeigen, dass Fertigprodukte keine sinnvolle Alternative sind. Ich hoffe, dass noch ganz viele Menschen darauf kommen, bewusster einzukaufen und Zeit und Geld besser zu investieren.
      Toll, dass du dich von den Reaktionen anderer in deinem Tun beeinflussen lässt. Weiter so!
      Lieben Gruß
      Silke

      • Hallo Silke,

        Ist das Bambus Geschirr auch wirklich geschmacksneutral? Lösen sich da manchmal Fäden ab? Ich hatte das schon mal in der Hand und war mir da nicht so sicher. Würde das langfristig gerne als Alternative zu Kinderplastikgeschirr nutzen.

        Meine Mama hat früher immer frisch gekocht und trotzdem habe ich mich im Studium auch von Fertigsachen ernährt (wobei das eher seltener Pizza gewesen ist). Das was meine Mutter gekocht hat (für fünf Personen), war nicht so einfach übertragbar – für eine Person. Z.B. einen Riesentopf serbische Bohnensuppe…
        Ich musste im Endeffekt erstmal neu kochen lernen und andere Gerichte, vor allem, vegetarische kennen lernen.
        Außerdem ist ja nicht immer bekannt gewesen, wie schädlich diese ganzen Fertigsachen sind. Das Bewusstsein ist da finde ich in den letzten Jahren sehr stark gewachsen.
        LG Nanne

        • Silke

          12. Mai 2015 at 22:31

          Hallo Nanne,
          das Geschirr ist an sich geschmacksneutral. Bei den Tassen ist mir jedoch aufgefallen, dass sie schnell Teeränder bekommen und ein wenig des Geschmacks des Tees annehmen. Das schmeckst du allerdings nur, wenn du Wasser daraus trinkst. Fäden haben sich bisher keine abgelöst.
          Was das Kochen angeht, muss ich dir wirklich zustimmen. Man muss erst lernen, wie man für nur eine Person kocht. Aber wenn man den Dreh erst einmal raus hat, macht es sogar richtig Spaß. Nur nicht zu früh aufgeben. Deine Gesundheit wird es dir danken. Wenn du mal Hunger auf etwas hast, dass man besser in größeren Mengen zubereitet, lade doch ein paar Freunde ein. Sie freuen sich bestimmt über ein leckeres Essen und beim nächsten Mal wirst du dann eingeladen und musst nicht selber kochen.
          Liebe Gruß
          Silke

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