Minimalismus verändert dich

Es ist viel passiert …

Nachdem meine Wohnung immer leerer wird und fast alles aussortiert ist, was ich nicht behalten möchte, stelle ich fest, dass sich meine Gedanken viel häufiger um Gesundheit und Nachhaltigkeit drehen. Anfangs fand ich es einfach toll, mich von Dingen zu trennen, die ich nicht mehr brauche, und dafür ein paar Euro für Abenteuer zu bekommen. Inzwischen gewinnt aber das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung für mich. Durch das ständige Aussortieren und das Auseinandersetzen mit dem eigenen Konsumverhalten erlangst du Freiraum zum Nachdenken. Du musst deine Zeit nicht mehr mit Shoppingtouren und ewigem Staubwischen vergeuden. Du kannst dich endlich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Bei mir gehören dazu die Umwelt und meine Gesundheit.

 

Was mich beschäftigt

Ich möchte die Dinge, die ich brauche, wie Seife, Deo und Shampoo, nicht mehr einfach im Supermarkt kaufen, wie ich es sonst immer getan habe. Ich achte inzwischen nicht nur auf die Inhaltsstoffe der Produkte und darauf, ob sie ohne Tierversuche hergestellt wurden, sondern denke auch immer wieder darüber nach, mehr meiner Alltagsprodukte selbst herzustellen. Der Umwelt zuliebe, aber auch für mich und meine Gesundheit. Ich möchte einfach wissen, was ich mir ins Gesicht schmiere oder womit ich meine Hände wasche.

 

Inhaltsstoffe

Oktyacrylamide_Inhaltsstoffe

Die Hersteller müssen zwar den Inhalt auf der Verpackung angeben, aber oft verstehe ich leider gar nicht, um welche Inhaltsstoffe es sich handelt, da Begriffe wie „Oktylacrylamide“ und „Butylphenyl Methylpropional“ schlichtweg Fremdwörter für mich sind. Ich habe auch keine Lust, bei jedem neuen Produkt erst im Internet danach zu suchen, was diese Begriffe bedeuten. Noch viel schlimmer ist, dass einige Inhaltsstoffe gar nicht aufgeführt werden müssen, wenn sie in nur sehr geringen Mengen vorkommen. Also weißt du am Ende nur, von welchen Dingen du dir etwas mehr auf die Haut schmierst, aber nicht, was sonst eventuell noch enthalten ist.

 

Was ich ändern möchte

Ich habe noch ein paar Produkte zu Hause, die ich noch aufbrauchen werde, aber wenn sie leer sind, werde ich anfangen diese Sachen selberzumachen. Ich habe schon von mehreren Leuten von sehr wirkungsvollen selbstgemachten Deos aus Natron gehört und statt Handcreme reicht wohl auch ein Tropfen Olivenöl. Ich werde mich langsam an die einzelnen Produkte heranwagen und einfach mal das ein oder andere ausprobieren. Ich verbringe lieber etwas Zeit mit der Herstellung, als weiterhin nicht zu wissen, was in den Produkten enthalten ist.

 

Mein Körper

Durch diese Überlegungen, die ja auch meine Gesundheit betreffen, bin ich auch auf die Idee gekommen, dass ich ein paar Kleinigkeiten an meiner Ernährung ändern sollte. Mein Körper soll nicht nur von außen, sondern auch von innen gesünder leben. Ich lebe bisher nicht ungesund. Auf meinem Speiseplan steht viel Gemüse, abwechslungsreiche Ernährung und wenig Fleisch. Aber zwei kleine Laster konnte ich bisher immer nur kurzfristig loswerden. Kaffee und Zucker/Süßigkeiten. Seit heute trinke ich keinen Kaffee mehr und Süßigkeiten sind ebenso tabu. Vor etwa 4 Jahren, als ich auch mit dem Rauchen aufgehört habe, habe ich diesen „Verzicht“ schon einmal sechs Wochen durchgehalten und es hat mir wirklich gut getan. Mein Ziel sind dieses Mal acht Wochen und ich möchte danach auch weiterhin komplett auf Kaffee verzichten. Auch Süßigkeiten sollten nach diesen acht Wochen eher Ausnahme als Regel sein.

 

Was ich mir davon verspreche

Power

Ich erhoffe mir, dadurch mehr Power für anstehende Abenteuer, wie unseren Umzug ins Wohnmobil, zu bekommen. Was bringt mir all die Sparerei für tolle Abenteuer, wenn ich am Ende völlig entkräftet vor dem Berg stehe, den ich so gerne besteigen möchte, und nicht hinauf kann? Ich möchte an meiner Fitness arbeiten, mehr Sport treiben und beim Yoga neue Übungen lernen. Die Neugier hat mich gepackt, ob es etwas bringt auf Kaffee und Zucker zu verzichten. Ich bin noch skeptisch was den erhofften Erfolg angeht, aber ich gebe dem Ganzen eine Chance. Die Verwendung von selbst hergestellten Produkten führt hoffentlich dazu, dass mein Körper sich von einigen Giftstoffen verabschiedet, was natürlich auch zu meinem Wohlbefinden beitragen würde.

 

Was hat das mit Minimalismus zu tun?

Ohne meinen minimalistischen Lebensstil wäre ich wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, Pflegeprodukte selbst herzustellen oder noch einmal auf Zucker und Kaffee zu verzichten. Minimalismus lehrt dich aufmerksamer zu sein und Dinge zu hinterfragen.

Minimalismus verändert nicht nur den Inhalt deiner Schränke. Minimalismus verändert dein Denken und Handeln.

Vielleicht ist dir das auch schon einmal aufgefallen. Du stehst im Supermarkt und hast beispielsweise Alu-Grillschalen für den Grillabend am Wochenende in der Hand. Gewohnheitsmäßig fragst du dich „Brauche ich das wirklich?“, anstelle eines klaren Ja oder Nein, folgen entweder alternative Möglichkeiten dein Gemüse zu grillen oder du hinterfragst sogar den Gegenstand an sich. Dein Gehirn möchte arbeiten. Dazu hast du es während des Minimalisierens trainiert. Es gibt sich nicht mehr damit zufrieden, dass du dich gegen den Kauf der Grillschalen entschieden hast. Es reicht nicht mehr aus, dass du sie nicht kaufst, weil du eine bessere Möglichkeit gefunden hast. Du hinterfragst den allgemeinen Sinn von etwas, das nach einmaliger Benutzung entsorgt wird. Bei Dingen, die zudem noch aus einem umwelt- und gesundheitsfeindlichen Material wie Aluminium hergestellt wurden, hört der Spaß dann gänzlich auf. Dieses Produkt wird in Zukunft nicht einmal mehr mit der Frage gewürdigt, ob du es brauchst, es wird ab sofort boykottiert. Ähnliche Gedankengänge habe ich immer häufiger, seit ich mich intensiver mit dem Minimalismus auseinandersetze.

 

Danke Minimalismus

Die Konzentration auf das Wesentliche ist für mich, neben dem Mehr an Geld für Abenteuer, zum wichtigsten Faktor beim Minimalismus geworden. Ich kümmere mich endlich wieder um mein Wohlergehen, meine Gesundheit und meine Fitness. Ich irre nicht mehr durch die Gegend und kaufe einfach Produkte, weil sie hübsch aussehen, gut riechen oder gerade „in“ sind. Zeit, die ich früher mit Einkaufen oder Aufräumen verbracht habe, kann ich jetzt nutzen, um eigene Produkte herzustellen oder Projekte zum Umweltschutz zu planen. Minimalismus hat mein Leben definitiv positiv verändert.

Wie hat Minimalismus dein Leben verändert?

>>>Hier geht’s zur Blogreihe Nachhaltigkeit!<<<

8 Comments

  1. Liebe Silke,
    zunächst einmal: Du hast einen tollen Blog, der mich inspiriert hat!
    Es mag ja vielleicht in dem Sinne hier nichts komplett Neues stehen,
    aber darum geht es ja auch nicht, so wie ich es verstehe.
    Dennoch hast du mir aufjedenfall einen Gefallen getan gewisse Spar-
    tipps (und an sich Tipps zur Nachhaltigkeit) anzugeben. Denn dafür
    zu sein und es tatsächlich umzusetzen sind zwei paar Schuhe.
    Und nun hier deine Erfahrungen und Tipps Schwarz auf Weiß zu sehen
    spornt schon mächtig an!

    Ein kleines Beispiel: Zum Geburtstag vor kurzem habe ich unter anderem
    Einkaufsgutscheine bekommen und meine Liste mit was ich alles „brauche“
    war schon fertiggeschrieben. Und dann bin ich durch deinen Blog sowie dem Blick in Kleider- und Schuhschrank eines Besseren belehrt worden! Ich brauche
    wirklich nichts. Stattdessen verwahre ich sie jetzt falls was Dringendes irreperabel kaputt geht oder ich es eben wieder als Geschenk verwenden kann.
    Ich werde mit Spannung deinen Blog weiterverfolgen. Diese Entwicklung gefällt mir allgemein, wie z.B. auch Raphael Fellmer (auch interessant, nur ganz ohne Geld wäre für mich nichts) sowie die Seite zu Forward the (R)evolution.

    • Silke

      29. April 2015 at 17:48

      Liebe Anne,
      vielen vielen Dank für deinen wundervollen Kommentar. Es tut echt gut so etwas zu lesen, denn das zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
      Es freut mich, dass du schon ein paar Dinge umsetzen konntest und ich hoffe, dass noch einige dazu kommen werden.
      Mach weiter so und lasse dich noch oft inspierieren (ob von mir oder anderen).
      Ich verfolge auch einige andere Blogs, in denen es um ein etwas anderes Leben geht, und finde es total spannend, wie unterschiedlich man Leben kann. Bei mir wird sich in der Hinsicht sicher auch noch einiges ändern.
      Lieben Gruß
      Silke

  2. Deo habe ich auch selbst gemacht und bin hoch zufrieden. Zuletzt habe ich auch für meine Tochter eines gemacht und sie ist total begeistert, weil es viel besser funktioniert als von L*sh.

    Ein einfaches Rezept findest Du auf meinem Blog.

    lg
    Maria

    • Silke

      20. April 2015 at 17:26

      Hallo Maria,
      das lässt mich ja hoffen, dass mein „Experiment“ Erfolg haben wird. Ich werde eine Deo für meine Mutter machen. Witzig, dass sich die Generationen bei uns quasi austauschen. Danke auch für den Link zu deiner Seite. Da werde ich mich bald umsehen.
      Lieben Gruß
      Silke

  3. Um dein Beispiel aufzugreifen: Ich habe eine Grillschale aus Metall, die nach dem Gebrauch in der Spülmaschine landet. Seit gut drei Jahren leistet sie mir treue Dienste.

    Minimalismus soll mein Leben vereinfachen und erleichtern. Wenn ich mehr Zeit mit Suchen, Vorbereiten, Zubereiten und Verarbeiten aufwende als mit dem Genuss, muss ich meine Haltung zu gewissen Sachen überprüfen. So meide ich Sojaprodukte, weil sie erheblich zur Abholzung des Regenwaldes beitragen, und esse gleichzeitig wenig Fleisch, weil es mir nicht mehr täglich schmeckt und ich die Massentierhaltung ablehne.

    Marmelade selbst herzustellen, kostet Zeit und Strom. Umweltfreundlicher ist es, biologische Marmelade zu kaufen. Aber Selbermachen macht Spaß und befriedigt meinen Wunsch nach meinem fertigen Produkt. Außerdem kann ich bestimmen, was alles in die Marmelade kommt, bei mir z.B. weniger Zucker.
    Gerade in Bayern kann man günstige und in kleinen Mengen gute biologisch angebaute Lebensmittel direkt beim Erzeuger kaufen. Da lohnt sich jeder Ausflug mit dem Fahrrad. Oder man lässt sich jede Woche eine Gemüsekiste liefern.
    Da befreit zumindest vom Zwang, sich komplett selbst versorgen müssen zu können. Nicht jeder hat Zeit, Geld, Lust und Händchen für einen eigenen Garten. Eine Tomatenstaude oder Gewürztöpfe auf dem Balkon erinnern zumindest daran, dass Lebensmittel nicht über Nacht wachsen, sondern reifen müssen. Das lehrt, mit jedem Lebensmittel sorgsam umzugehen.

    • Silke

      15. April 2015 at 9:05

      Hallo Christine,
      ich muss dir wirklich zustimmen. Natürlich muss man beim Selbermachen abwägen, ob sich der Aufwand und auch die Kosten für das jeweilige Produkt lohnen. Ich werde einfach einmal ausprobieren, wie viel welches Produkt in der Herstellung kostet und wie lange es hält. Wichtig ist vor allem, dass ein Umdenken stattfindet und du nicht einfach wahllos Dinge in den Einkaufswagen legst, von denen du nicht weißt, was sie enthalten.
      Lieben Gruß
      Silke

  4. Hey!

    Mir erging es ähnlich. Mit dem Minimalismus hat es angefangen und momentan beschäftigt mich sehr, was alles in den Produkten drin ist die ich kaufe. Mit der Nachhaltigkeit fängt es auch schon an :-).

    Bezüglich Inhaltsstoffe nutze ich zur Zeit als Anlaufstelle http://codecheck.info.

    • Silke

      15. April 2015 at 9:00

      Hi,
      dann scheinen wir ja gerade einen ähnlichen Weg zu gehen :-) Schön, dass du dabei bist.
      Danke für den Link. Die Seite sieht es gut aus und wird bald genauer unter die Lupe genommen 😉
      Lieben Gruß
      Silke

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