Vorwort

Zunächst einmal vielen Dank für den Zuspruch und die Fragen, die ich per Mail erhalten habe. Ihr seid großartig und habt mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin! Viele Fragen bezogen sich darauf, wie du die ganzen Tipps und Tricks und überhaupt diesen ganzen Minimalismus umsetzen beziehungsweise in den Alltag integrieren kannst. Einige der Fragen sollen in diesem Artikel beantwortet werden. Du möchtest zwar nicht den Minimalismus als Lebensstil übernehmen, aber trotzdem einen kleinen Teil der Lebensweise in deinen Alltag integrieren? Wie das geht und warum ich dich in diesem Text zum Kaufen animiere, erfährst du weiter unten …

 

Minimalisch

Ich gebe zu, dass einige meiner Texte so klingen als müsse man sich um 180 Grad drehen um minimalistisch zu leben. Vor allem, wenn du gerade erst anfängst dich mit dem Thema Minimalismus zu beschäftigen ist es schwierig herauszufinden, wo die eigenen Grenzen sind und was du selbst umsetzen möchtest. Du musst weder meinen Traum vom Leben im Wohnmobil teilen noch musst du alle Spartipps befolgen. Das sind nur die Dinge, die ich anwende und die mir für mein Leben wichtig geworden sind. Plötzlich alles auf einmal zu ändern geht meistens in die Hose. Mir würde es bei zu vielen Dingen gleichzeitig auch schwer fallen, alles zu beachten und noch Freude daran zu haben. Ich möchte auch nicht von jetzt auf gleich jeden Morgen um 5 Uhr aufstehen, täglich Yoga machen, immer kalt duschen und gleichzeitig meine Ernährung umstellen. Yoga in meinen Alltag zu integrieren finde ich aber eine gute Idee. Also fange ich damit an und versuche zwischendurch um 5 Uhr aufzustehen. Nicht jeden Tag, weil mir das wirklich zu früh ist, aber ein paar Tage in der Woche. So kann ich herausfinden, ob mir Yoga und das frühe Aufstehen gut tun und kann dann entscheiden ob ich diese Aktivitäten zu alltäglichen Gewohnheiten werden lassen möchte. Und genauso kannst du es mit all den Tipps und Tricks des Minimalismus machen. Suche dir einen meiner Spartipps aus. Wenn das gut funktioniert animiert dich Sparerfolg bestimmt den nächsten Spartipp in deine Alltag aufzunehmen.

 

„Nachdenken. Umdenken. Hinterfragen. Ausprobieren.“

Nachdenken.

Du musst nicht dein ganzes Leben auf den Kopf stellen, wenn du diesen Blog liest. Mein Ziel ist es nicht eine Armee von Minimalisten zu rekrutieren. Ich möchte dich nur zum Nachdenken anregen und dir zeigen, dass ein minimalistischer Lebensstil viele Vorteile bietet. Dazu ist in einigen Lebenssituationen ein Umdenken notwendig, da du viele alte Gewohnheiten mit dir herumträgst, die dich vom Minimalismus abhalten. Um herauszufinden, wie weit du beim Minimalismus gehen möchtest und welche Dinge du in deinen Alltag integrieren kannst, gehört es dazu Dinge zu versuchen. Durch das Ausprobieren verschiedener Dinge wirst du offener gegenüber Neuem und verschließt dich auch in Zukunft nicht sofort, wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht umsetzbar oder zu schwierig ist. Fange bei den kleinen Dingen an, statt sofort alles gleichzeitig verändern zu wollen und steigere dich langsam.

 

Es muss nicht immer gleich Minimalismus sein.

Fange mit ganz normalen Tätigkeiten an und streue währenddessen kleine Fragen ein, die dir helfen loszulassen oder umzudenken. Räume doch einmal deine komplette Wohnung auf. Der Frühjahrsputz wartet ja sicher schon auf dich. Hebe die Gegenstände nicht nur an, um darunter Staub zu wischen, sondern frage dich, ob er noch benutzt wird oder dir noch Freude bereitet. Wenn nicht, sortiere ihn aus. Miste deine Schränke aus und entrümpele auch die dunkelsten Ecken deiner Wohnung. Nach und nach. Stück für Stück. Fange mit einem Raum an und arbeite dich langsam durch die ganze Wohnung. Du wirst dich danach in deinen vier Wänden wohler fühlen. Versprochen. Auch ohne an Minimalismus zu denken wirst du viele Dinge finden, bei denen du dich fragst, was du damit sollst. Ein guter Trick beim Ausmisten ist, jedes Teil nur einmal in die Hand zu nehmen und direkt zu entscheiden, was damit geschehen soll.

 

Behalten? Verkaufen? Verschenken? Wegwerfen?

Was ich nicht behalten möchte, versuche ich zunächst immer zu verkaufen, um etwas Geld für das nächste Abenteuer (zurzeit der Kauf eines Wohnmobils) einzunehmen. Werde ich etwas nicht los, verschenke ich es oder schmeiße es weg, wenn es wirklich niemand haben möchte. Das kommt aber wirklich selten vor.

 

„Meistens kann irgendjemand noch etwas mit deinem „Krempel“ anfangen.“

 

Du kannst auch eine Kiste nehmen und die Dinge sammeln, die in deinem Freundeskreis niemand haben möchte. In jeder Stadt gibt es jemanden, der alten Trödel abholt und dann damit auf den Flohmarkt geht um sich ein paar Euro dazu zu verdienen. Diesen Menschen machst du vielleicht noch eine Freude mit deinen alten Sachen. Bei Papierkram wie alten Quittungen oder Bedienungsanleitungen von Küchengeräten, die nicht mehr existieren, mache ich kurzen Prozess. Mülltonne auf und weg damit. Ich finde das immer sehr befreiend. Du glaubst gar nicht wie viel Altpapier da zusammenkommt. Bei der ersten Entrümpelungsaktion wirst du wahnsinnig viele sinnlose Dinge finden. Dinge, die du schon längst hättest entsorgen können oder die du erst gar nicht hättest kaufen sollen. Vor allem bei Kleidung musste ich in den letzten Jahren immer wieder feststellen, dass ich mir etwas gekauft und dann nie getragen habe. Damit das in Zukunft seltener passiert, muss etwas Wichtiges passieren.

 

Umdenken.

Mache dir das Aufräumen, Entrümpeln, Umräumen und Umziehen selbst etwas leichter, indem du anfängst beim Einkaufen umzudenken. Versuche dich von Gedanken wie „das ist aber günstig“ oder „das könnte ich vielleicht einmal gebrauchen“ nicht mehr beeinflussen zu lassen. Stelle dir, wenn diese Gedanken auftauchen, lieber die Frage „Brauche ich das?“. Bei Kleidung hilft es, wenn du dich fragst, ob du für die nächsten 7 Tage etwas anzuziehen hast. Im Normalfall lautet du Antwort „ja“, womit auch dein Bedarf geklärt wäre. Manche Dinge sind natürlich so schön, besonders oder praktisch, dass du sie unbedingt haben möchtest. Das kann ich gut verstehen.

 

„Greif zu!“

 

Greif zu! Greif zu? Ja! Minimalismus sollte kein zwanghafter Verzicht sein, der dich bei einem Rundgang durch die Stadt quält. Wichtig ist, dass du dir Gedanken über deinen Konsum machst und anfängst umzudenken. Wenn du es schaffst auch nur ein Teil im Geschäft zu lassen, das du früher gekauft hättest, ist das schon ein Schritt in die richtige Richtung. Du musst keinen dauerhaften Konsumstreik durchführen um etwas Minimalismus in deinen Alltag zu integrieren. Im Prinzip ist das wie Fitnesstraining für dein Gehirn. Fange mit kleinen Gewichten (leichtem Umdenken) an und steigere dich langsam (eine Woche keine neue Kleidung). Hast du einen schlechten Tag, ruhe dich aus und beschäftige dich mit etwas anderem (Lesen zum Beispiel. Das entspannt und lenkt dich ab).

 

Hinterfragen.

Stellst du dir bei bestimmten Handlungen immer und immer wieder die gleichen Fragen, gewöhnt sich dein Gehirn an diesen Ablauf und die Fragen kommen schon bald ganz automatisch. Wenn ich früher das Haus verlassen habe, habe ich kurz vorher immer überlegt ob ich alles dabei habe. Die Reihenfolge und die Wortwahl waren immer die gleiche: Handy, Portemonnaie, Schlüssel, Zigaretten. Obwohl ich inzwischen seit 4 Jahren nicht mehr rauche, tauchen die Zigaretten noch immer als Nachhall in dieser Aufzählung auf. Ich muss dann immer schmunzeln, weil sich diese Worte so eingebrannt haben. Das Hinterfragen beim Einkaufen und Entrümpeln wird irgendwann zur Gewohnheit und erleichtert es dir, Entscheidungen zu treffen.

 

„Minimalismus ist das Zusammentreffen vieler einzelner Handlungen und Gewohnheiten. Sie führen dazu, dass du weniger Besitz hast und seltener Neues konsumierst.“

 

Durch das Zusammentreffen vieler verschiedener Dinge ist es möglich, dass du dir einzelne Gewohnheiten und Handlungen herauspickst und in dein Leben integrierst, ohne den Minimalismus als Lebensstil zu übernehmen. Auch Pia von Malmini hat sich in einem ihrer  Artikel Gedanken darüber gemacht, wie man mit dem minimieren anfangen kann.

 

Ausprobieren.

Minimiere deinen Besitz nur so weit, wie du dich damit wohlfühlst. Es geht beim Minimalismus nicht darum dass du fast nichts mehr besitzt oder deine Wohnung aufgibst.

 

„Minimalismus ist eine Lebenseinstellung, die dich mit wenig zufrieden sein lässt und dir Raum für ein bewussteres Leben lässt.“

 

Lebe dein Leben. Befreie dich von Gegenständen, die dich einengen, sag auch einmal Nein, wenn dir etwas nicht gefällt und mülle deine Wohnung nicht mit Dingen zu, die dir keinen Nutzen bringen (auch nicht, wenn sie umsonst oder total günstig sind). Wende die Dinge, die du hier liest nur in dem Maße an, das du für richtig empfindest und lasse dich von niemandem dazu drängen, dich von etwas zu trennen (aber auch nicht dazu etwas zu kaufen). Minimalismus ist in erster Linie etwas, das du für dich selbst tust. Also bestimmst du auch wie weit du gehen willst. Es geht nicht darum sich als Minimalist bezeichnen zu können. Du sollst dich selbst besser kennenlernen, dein Leben etwas ordnen und entrümpeln und für dich ein paar Vorteile daraus ziehen. Du kannst auch nur einen bestimmten Bereich deines Lebens minimalistischer gestalten. Sei es das Reisen, Einkaufen, Hobby oder deine Wohnungseinrichtung. Mache dein eigenes Ding.

Machst du schon dein eigenes Ding beim Minimalismus? Oder lässt du dich gerne von all den „Über-Minimalisten“ im Web beeinflussen?

 

PS: Wenn du noch weitere Fragen hast, wie du mit dem Minimalismus anfangen kannst, stelle sie gerne in den Kommentaren oder schreibe mir eine Mail an info@Minimalisch.de