Was bedeutet für dich Minimalismus?

Mein Minimalismus

Dieser Artikel gehört zur Blogparade von Sandra. Sie schreibt auf ihrem Blog ganzichselbst.de tolle Artikel über gesundes Leben & Arbeiten. Ihren Minimalismus der Fülle müsst ihr euch einfach anschauen!

Minimalismus und Sparsamkeit

Das Wort Minimalismus ist in meinem Wortschatz noch ziemlich neu. Den Lifestyle lebe ich eigentlich schon immer. Ich habe nie viel zum Leben gebraucht und konnte mich seit jeher auch an den kleinen Dingen erfreuen. Sparsamkeit habe ich das bis vor einigen Monaten genannt. Minimalismus trifft es aber meiner Meinung nach besser, da es nicht nur um das Sparen geht, sondern auch darum sich von vorhandenen Dingen zu trennen und ihren Nutzen zu hinterfragen.

Bei mir wirkt sich der Minimalismus auf viele Lebensbereiche aus. Auf den Besitz, die Wohnung, den Urlaub, den Haushalt … Dabei geht es mir auch vor allem darum mehr Geld für Abenteuer zur Verfügung zu haben. Für die schönen Dinge im Leben.

100 Dinge

100_Dinge

Noch bin ich keine Person, die nur 100 Dinge besitzt. Nicht einmal ansatzweise. Trotzdem bezeichne ich mich als Minimalistin. Als Minimalistin auf dem Weg noch minimalistischer zu werden.
Mir geht es dabei  nicht um den Besitz von nur einer bestimmten Anzahl von Gegenständen, sondern darum nur Dinge zu besitzen, die ich wirklich brauche oder die mir sehr wichtig sind. Bei mir gehören dazu auch Camping- und Wanderzubehör sowie eine Skiausrüstung. Dinge, die ich für meine Hobbys brauche. Diese Sachen werde ich sicher nicht verkaufen, nur um sagen zu können „Ich bin Minimalistin und besitze nur 100 Dinge“. Sie gehören zu meinem Leben und meinen Abenteuern.

Mein Kleiderschrank

Auch mein Kleiderschrank ist noch ziemlich gut gefüllt (das hat mich gerade echt schockiert!). Allerdings nur mit Dingen, die ich auch regelmäßig trage. Was länger als ein Jahr nicht getragen wurde, fliegt raus. Die Kleidungsstücke werden entweder verkauft, verschenkt oder gespendet. Dadurch habe ich mehr Geld für Abenteuer und Reisen. Ich versuche auch, nur die Kleidungsstücke zu behalten, die sich gut mit anderen Sachen kombinieren lassen. Das ein oder andere ausgefallene Stück darf aber trotzdem dabei sein. Wird ja sonst auch langweilig. Modetrends sind mir dabei allerdings völlig egal. Wenn ich jedem Trend nachrennen würde, müsste ich ständig ausmisten oder mein Schrank würde aus allen Nähten platzen. Minimalismus und immer up to date sein, passt für mich nicht zusammen. So fallen natürlich auch Shoppingtouren weg. Die Zeit verbringe ich lieber mit Freunden am See oder beim Skifahren.

Mit wenig glücklich sein

Die Kunst der Minimalisten ist es mit wenig glücklich zu sein. Das kannst auch du lernen. Dafür musst du es allerdings wirklich wollen und einen tieferen Sinn darin sehen. Ich empfehle aber wirklich jedem es einfach mal auszuprobieren. Besonders bewusst ist mir diese Erkenntnis auf einer Backpacking Tour durch Irland geworden. Ich hatte nur mich und meinen Rucksack. Und mehr brauchte ich auch nicht. Ich war frei und glücklich und mir hat nichts gefehlt. Probier es mal aus! Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung, die dir keiner mehr nehmen kann. Ich habe viel mehr Freude am Leben, seit ich nicht mehr so viel besitze. Ich bin nicht ständig durch Dinge abgelenkt, die auf irgendeine Art und Weise meine Aufmerksamkeit erfordern (und wenn es nur beim Staubwischen ist). Wenn du nur wenig hast, freust du dich auch viel eher über etwas. Die Dinge bekommen einen höheren Wert. Durch weniger Ablenkung durch Materielles, fallen mir auch immer wieder kleine, schöne Dinge ins Auge, die ich sonst vielleicht übersehen hätte. Das Katzenbaby, dass in der Einfahrt spielt, der Kirschbaum, der erste Früchte trägt … All diese Dinge zaubern mir Tag für Tag ein Lächeln auf mein Gesicht. Ausserdem blockiert mich mein Besitz nicht mehr, wenn ich umziehen möchte. Es passt alles in ein paar Kisten, die ich problemlos mit einem PKW von A nach B transportieren kann. Ich muss mich nicht einschränken, weil der riesige Kleiderschrank nicht ins Zimmer passt oder die Miete für den Umzugs-LKW zu hoch ist. Wenn mir eine Wohnung gefällt, ist nur noch der Mietpreis ausschlaggebend. Auch für längere Reisen ist das sehr praktisch. Wenn ich mal mehrere Monate reisen möchte, stelle ich die Kisten mit meinen Sachen einfach bei Freunden und Familie im Keller unter, bis ich zurück bin. Dadurch spare ich mir die Miete für die Zeit meiner Reise und kann für das Geld unterwegs zum Beispiel einen Tauchkurs machen oder auf eine Dschungelexpedition gehen.

Minimalismus auf Reisen

minimalistisch Reisen - mein Rucksack

Wenn ich reise, zählen nur die Abenteuer. Wo ich schlafe ist mir dabei fast egal. Hauptsache es ist warm, trocken und halbwegs sauber. Ich brauche auf Reisen kein Luxushotel. Wenn du an einem neuen Ort oder in einem neuen Land bist, wie viel Zeit verbringst du dort im Hotel? Also ich bin in meiner Unterkunft eigentlich nur zum Schlafen. Wieso also Geld in ein teures Hotel investieren? Klar, wenn ich zum gleichen Preis eine luxuriöse Unterkunft finde, sage ich auch nicht nein, aber das ist ja eher die Ausnahme. Bei der Unterkunft kann man unterwegs richtig Geld sparen. Das Geld was du hier sparst, kannst du direkt in neue Abenteuer fließen lassen. Überleg dir, ob es dir wirklich wichtig ist einen Pool im Hotel zu haben, wenn du zum Meer laufen kannst. Wie schon erwähnt, achte ich auch beim Gepäck darauf, nicht zu viel Ballast mit mir herumzutragen. In Irland war in meinem Rucksack alles drin, was ich brauchte. Inklusive Zelt, Isomatte und Schlafsack. Das Reisen mit wenig Gepäck hat viele Vorteile, vor allem wenn du einen Wanderurlaub machst und immer alles bei dir hast. Du kommst schneller vorwärts, weil dich das Gewicht deines Rucksacks nicht so sehr bremst und hast dadurch viel mehr Zeit die Reise zu genießen und mehr zu erleben. Kein Chaos im Rucksack und langes Suchen und somit mehr Entspannung. Dein Rücken wird es dir natürlich auch danken, dass du ihn nicht als Packesel missbrauchst. Wie du es schaffst sogar nur mit Handgepäck zu reisen, kannst du hier nachlesen.

Minimalistisch Kochen

Keine Sorge, ich koche nicht nur kleine Portionen und ich hungere auch nicht. Ich finde nur, dass man auch aus wenigen, einfachen Zutaten wirklich tolle Gerichte zaubern kann. Ich brauche nicht 20 Gewürze und Zutaten, die ich nur im Fachgeschäft bekomme. Essen ist unglaublich wichtig, aber es darf auch mal etwas ganz Einfaches sein, das nicht viel Zeit in Anspruch nimmt und den Geldbeutel schont. Gerichte mit Kartoffeln sind dafür ideal. Wenn etwas übrig bleibt, kann man am nächsten Tag Bratkartoffeln machen und sich freuen, dass man wieder Geld gespart hat, dass man in Abenteuer investieren kann. Während die Kartoffeln kochen, rufe ich gerne meine Mom an oder mache mit meinem Freund Yoga. So nutze ich die Wartezeit sinnvoll und lenke mich vom Hunger ab.

Mir ist es wichtig, mich im Alltag auf das Wesentliche zu beschränken. Dadurch bleibt mehr Geld für Abenteuer und Reisen, aber auch mehr Zeit für Freunde und Familie.

In welchen Lebensbereichen findest du bei dir Minimalismus? Welche Vorteile ergeben sich dadurch für dich? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

PS: Sandra wird noch einen Artikel über die Blogparade schreiben. Ich bin schon sehr gespannt auf ihre Zusammenfassung.

6 Comments

  1. Ich bin immer wieder irritiert, wieviel manche Leute in den Urlaub mitnehmen. Wenn 3 Stufen Treppe zur Ubahn nicht gehen, weil man den Rollkoffer nicht mehr anheben kann, hat man zuviel mit!

    • Silke

      30. Januar 2015 at 12:39

      Hallo Wolf,

      ich frage mich auch immer, was in diesen Koffern dann drin ist. So viele Klamotten kann doch kein Mensch in zwei Wochen anziehen.
      Ich schätze da wurde dann nach dem Prinzip gepackt „ach, das könnte ich eventuell auch gebrauchen“. Das versuche ich immer zu vermeiden. Dinge, die ich nur eventuell im Urlaub brauche, kann ich mir zur Not auch vor Ort leihen oder kaufen.

      Lieben Gruß,
      Silke

  2. Nic Pinguet - minimalistmuss.com

    28. Januar 2015 at 14:42

    Liebe Silke.

    Schöner Beitrag.
    Auch ich habe so angefangen wie du. Durchs Reisen. Alles aufgegeben und nur mit zwei Koffern ein Leben in einem neuen Land angefangen. Ein paar Jahre geblieben und weiter. Jetzt gerade bin ich in meinem 6ten Land angekommen.
    Zum Thema Klamotten kann ich dir folgenden Tipp geben: Projekt 333.

    Ich erklär das hier genauer: http://minimalistmuss.com/schon-stilikone/
    Grüße,
    Nic*

    • Silke

      28. Januar 2015 at 17:19

      Hi Nic,
      Danke für deinen Kommentar. Du bist ja schon gut rumgekommen. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude auf deinem Weg.
      Von dem Projekt 333 habe ich schon gelesen. Vielleicht probiere ich das mal aus. Wenn, erfahrt ihr das natürlich hier 😉

      Lieben Gruß,
      Silke

  3. Hallo Silke,

    danke für den schönen Beitrag!
    Ich kann Dir nur zustimmen, Minimalismus ist eine bereichernde Erfahrung.
    Wir leben schon seit Jahren getreu dem Motto:
    „Besitz belastet!“

    Eine ganz neue Form des Minimalismus hat unser Umzug auf die Malediven mit sich gebracht.
    Ohne die Chance mal eben in einen Supermarkt, Apotheke, etc. gehen zu können, merkt man ganz plötzlich, wie wenig man eigentlich braucht.

    Anfangs musste ich mich sehr einschränken und generalstabsmäßig planen:
    denn einkaufen, kann man hier bestenfalls 2 mal im Jahr, wenn wir auf die Hauptinsel nach Malé fliegen.
    Aber nach und nach wurden unserer Bedürfnisse immer weniger.

    Übermorgen nimmt mein Partner wieder einmal die Reise nach Malé auf sich (er muss zum Arzt)- und auf seiner Einkaufsliste steht trotzdem nur…..ein einziger Posten :-)

    Ich wünsche Dir mit Deinem Blog viel Erfolg,
    auf dass Du auch andere Menschen auf dem Weg zum „Weniger“ unterstützen kannst.

    Sonnige Grüße
    Lena

    • Silke

      26. Januar 2015 at 15:51

      Hallo Lena,

      vielen Dank für deinen tollen Kommentar!
      Wirklich beeindruckend, dass ihr mit nur 2 Einkäufen pro Jahr auskommt! Wie macht ihr das? Baut ihr selbst Obst und Gemüse an, oder wie darf ich mir das vorstellen? Das macht echt Lust auf eine Reise auf die Malediven :-)

      Liebe Grüße
      Silke

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