Mein Besitz belastet mich

Besitz kostet Zeit, Geld und Nerven

Überall steht etwas herum. Beim Betreten der Wohnung stolperst du über den Schirmständer, der nie benutzt wird, im Bad fallen ständig die Tuben, Döschen und Fläschchen um, die sich über die Jahre angesammelt haben und auf den Fensterbänken steht so viel Deko, dass du eine gefühlte Ewigkeit zum Staubwischen brauchst. Und der Kleiderschrank ist sowieso so voll, dass dir alles entgegen kommt, wenn du die Tür öffnest. (Bei dem Problem mit dem Kleiderschrank, hilft dir vielleicht ein Artikel von MalMini weiter.) Bei mir sah das auch so aus, bis ich erkannt habe, wie viel Zeit, Geld und Nerven mich all mein Besitz kostet. Besitz, den ich zum größten Teil nicht zum Leben brauche. Besitz, der dafür gesorgt hat, dass ich in meinem Studentenzimmer fast erdrückt wurde.

 

Alles was du hast, hat irgendwann dich. Fight Club

 

Mal abgesehen davon, dass dich dein Besitz im Alltag immer wieder viele Nerven kostet, kostet er dich auch viel Zeit und indirekt auch Geld, auch wenn du die Dinge schon bezahlt hast. Die Fernbedienung braucht neue Batterien, der Deko-Katz muss ein Ohr wieder angeklebt werden, das Auto muss zum TÜV und die Schuhe müssen auch alle mal wieder geputzt werden. Das meiste davon sind Kleinigkeiten, aber je mehr du besitzt, desto mehr Kleinigkeiten summieren sich und somit investierst du immer mehr Zeit und Geld in schon vorhandene Gegenstände.

 

Besitz belastet dich, bis du ihn losgeworden bist

Ja, ich weiß. Dass Besitz belastet, ist nichts Neues. Aber es war mir noch nie so bewusst wie jetzt, wo ich versuche mich von fast allem zu trennen. Es ist echt fies, wenn du dich dazu entschlossen hast, so viele Dinge wegzugeben und niemand möchte sie haben. Da sieht man erst einmal, wie sinnlos die Anschaffung dieses Gegenstanden einmal war. Natürlich könnte ich einfach alles entsorgen und wäre damit meine Sorge los, aber das ist nicht meine Art mich von Dingen zu trennen.

 

Der einfachste Weg ist nicht immer der beste. unbekannt

 

Es ist mir wichtig, dass die Gegenstände, die ich nicht mehr gebrauchen kann, weiter verwendet werden. Ich will nicht dafür sorgen, dass die Müllberge noch größer werden. Ich schreibe Artikel, wie die 44+1 Tipps, wie du weniger Müll produzierst, nicht einfach zum Spaß. Ich versuche die Dinge, die ich schreibe, so gut es geht selbst umzusetzen. Dabei stoße ich jedoch gerade an meine Grenzen. Dass Besitz belastet, spüre ich zurzeit in jeder Zelle meines Körpers. Ich schlafe schlecht, kann oft nicht klar denken und würde manchmal gerne einfach nur zwischen diesem belastenden Besitz sitzen und heulen. Beim Minimieren auch auf Nachhaltigkeit zu achten, ist aber eigentlich nicht das Problem.

 

Die Zeit rennt

Das Problem kommt erst durch den Zeitdruck zustande. Spätestens am 26.06.2015 möchten wir die Wohnungsübergabe machen. Bis dahin muss alles verkauft, verschenkt, gespendet oder eingelagert sein. Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass das so schwer würde. Wahrscheinlich würden ein paar Wochen mehr reichen, um alles loszuwerden, aber diese Zeit haben wir nicht. Verschenken und Spenden sind für mich die zwei letzten Optionen, da ich eigentlich gerne noch einen Gegenwert für meinen Besitz hätte, wie du vielleicht schon aus meinen Spartipps weißt.

 

Zeit ist Geld. Benjamin Franklin

 

Aber wenn dir die Zeit davon rennt, erscheinen diese Möglichkeiten plötzlich viel attraktiver. Ein Blick aufs Konto lässt dich dann wieder zweifeln. Lasse es am besten gar nicht erst so weit kommen, dass du beim Minimieren unter Zeitdruck gerätst. So hast du eine Chance, dass dein Besitz nicht anfängt, dich zu sehr zu belasten. Fange jetzt (!) an und kümmere dich kontinuierlich darum, Dinge zu verkaufen, die du nicht brauchst. Glaube mir, dein Besitz belastet dich sonst irgendwann mehr als du dir vorstellen kannst.

 

Wohin mit all dem belastenden Besitz?

Was also tun mit all den Dingen, die scheinbar niemand haben möchte und die auch nach dem vierten Trödelmarkt wieder den Weg nach Hause gefunden haben? Einfach alles verschenken? Vielleicht. Aber zunächst werde ich ein oder zwei Kisten mit Trödel packen und sie zu einem geringen Preis anbieten. Vielleicht findet sich jemand mit mehr Zeit, der so noch ein paar Euro verdienen kann. Wenn das nicht funktioniert, habe ich alles versucht und muss mich nicht weiter darüber ärgern, dass mir eventuell ein paar Euro durch die Lappen gegangen sind, weil ich nicht alles versucht habe.

 

Meine Möbel belasten mich

Anders sieht es mit Möbeln aus. Ein Sofa, ein Couchtisch, Schreibtisch, Bett … All das kann ich im Wohnmobil nicht gebrauchen und es ist auch viel zu groß, um alles einzulagern. Einfach verschenken ist auch schwierig. Zum einen, weil die Möbel einmal viel Geld gekostet haben, zum anderen müsste der Beschenkte ein großes Auto und starke Arme haben. Sollte ich jemals wieder in eine eigene Wohnung ziehen, wird sie entweder möbliert sein oder ich werde nur Möbel aufbauen, die sich auseinanderbauen lassen und dann maximal so groß sind, dass sie in den Kofferraum eines Kleinwagens passen. Viele Dinge lassen sich oft wegen ihrer Größe und ihres Gewichts schlechter verkaufen. Bei unserem Sofa ist vielleicht auch die Tatsache nicht gerade förderlich, dass es grün mit weißem Kunstleder ist … Demnächst dann lieber ein schwarzes Sofa mit grünem Überwurf.

 

Hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. unbekannt

 

Fazit

Besitz belastet dich. Das ist kein Mythos. Das ist bittere Realität. Ich hoffe, dass du das nie so zu spüren bekommst, wie ich gerade. Fange rechtzeitig an mit dem Ausmisten und nicht erst, wenn du umziehen möchtest. Überlege bei größeren Gegenständen vor der Anschaffung genau was du brauchst und auch, ob du es wieder loswerden könntest. Wenn du merkst, dass dich dein Besitz jetzt schon belastet, steck den Kopf nicht in den Sand. Du schaffst das. Wir schaffen das.

Fühlst du auch, dass dich dein Besitz belastet? Brauchst du Hilfe? Ich freue mich über einen Kommentar von dir.

 

 

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20 Comments

  1. Oh man, mir geht es im Moment echt nicht anders. Ich ziehe gerade um und fühle mich durch meinen ganzen Besitz so belastet. Mein Wunsch ist es, minimalistisch zu leben und nur das Zeugs zu haben, was ich wirklich brauche. Ich war halt schon immer eher ordentlich, hatte aber auch schon immer viel Kram. Da meinen Mama tatsächlich ein Messie ist und mir immer wieder Sachen zuschieben will, macht’s das nicht einfacher, auch wenn ich nicht mehr zu Hause wohne. Aber vllt will ich gerade deswegen auch gerne mehr in die minimalistische Richtung gehen, um mich davon zu distanzieren. Ich muss demnächst umziehen und habe davor schon ordentlich ausgemistet und dachte, ich hätte den Überblick über meine Sachen. Aber in dem Moment, wo ich alles packen musste, hab ich gemerkt, wie viel Kram da noch da ist und wovon ich nicht weiß, ob ich das wirklich brauche. Und zum Ausmisten habe ich leider keine Zeit mehr und jetzt darf ich den ganzen Scheiß rübertragen. Und das ist im wahrsten Sinne des Wortes echt eine Last. :( weiß nich, ob die Menge an Sachen auch noch ok ist oder schon echt übertrieben. Wenn ich die Sachen mit denen meines Freundes vergleiche, dann sind das natürlich vieeeel mehr, aber das ist in dem Vergleich vllt auch normal? 2 Autofahrten mit meinen Sachen sind das bestimmt. Wenn nicht, sogar 3. Dabei war das jetzt ’nur‘ ne Studentenbude… :( würd mir ja wünschen, dass mir jmd sagt, ob meine Menge noch ok ist, aber das ist wohl schwieirig. Im Moment schäme ich mich nur :(

    • Silke

      11. Februar 2017 at 21:46

      Hallo Judith,
      nicht verzweifeln. Die Menge, die du momentan besitzt ist auf jeden Fall ok. Gehe das alles etwas lockerer an und wähle vor allem dein eigenes Tempo und dein eigenes Maß. Woher kommst du denn? Vielleicht liegt das ja auf unserem „Heimweg“ aus Spanien. Dann würde ich mal mit dir zusammen schauen, wenn du magst.
      Lieben Gruß,
      Silke

  2. Ich habe gerade beim Lesen so sehr mitfühlen können…bin echt froh darüber, dass es außer mir auch noch andere Menschen gibt, denen es ähnlich geht. Ich finde deine Einstellung zu Besitz sehr gut! Ich hoffe, dass dein Umzug im letzten Jahr dir noch gut gelungen ist.
    Beste Grüße
    Feli

    • Silke

      10. September 2016 at 16:42

      Hallo Feli,
      der Umzug hat hinterher super funktioniert. Inzwischen bin ich seit über einem Jahr unterwegs und genieße es sehr, nur wenige Dinge bei mir zu haben.
      Mach dir also nicht zu viele Sorgen 😉
      Lieben Gruß,
      Silke

  3. Servus,
    Ich bin seit zwei Tagen am aufräumen mit einem grossen Karton um überflüssiges auszusortieren, aber irgendetwas läuft schief, unser Wohnzimmer wird immer wohnlicher aber der Karton füllt sich nicht. Ich habe das Gefühl dass ich die Dinge nur woanders hingeschoben habe….

    • Silke

      2. September 2015 at 10:59

      Hi,
      Versuche immer einen Schrank nach dem anderen auszumisten und lege nichts in einen Schrank, den du schon aussortiert hast. Sonst geht das ewig so weiter. Nimm jedes Teil einzeln in die Hand und überlege dir, wann du es das letzte Mal gebraucht hast. Wenn das länger als ein Jahr her ist, brauchst du den Gegenstand nicht. Aber vielleicht kann ihn ein Freund oder eine der Flüchtlingsunterkünfte gebrauchen?! Vielleicht gibt es ja sogar einen neuen Ansporn, wenn du weißt, dass die Dinge, die du aussortierst, noch gebraucht werden.
      Liebe Grüße,
      Silke

  4. Hejhej Silke,
    guter Beitrag! Ich verfahre ganz ähnlich mit dem Flohmarkt und dem kontinuierlichen Verkauf von Dingen. Ich habe stetig um die 60 Artikel als Kleinanzeige online, manchmal über Monate, aber am Ende findet sich noch immer jemand, den ich damit beglücken kann. Daher belastet mich meine Wohnung nicht so arg.
    ABER….. gerade in diesem Moment stehe ich vor einem alten(!) Problem… im wahrsten Sinne. Ich bin zu Besuch bei meinen Eltern und sie „nötigen“ mich, meine 3 eingelagerten Umzugskarton mit Erinnerungen aus Kindheit und Jugend auszusortieren, bzw. mitzunehmen. Und so erinnere ich mich an deinen Artikel. Der Ballast ist da.
    Abizeitschriften, Praktikumsberichte, mit Geschichten beschriebene Kalender aus der Schulzeit, Urlaubsmitbringsel. Da schnauf ich nur noch. hmpf. Wie handhabt ihr das? =)

    Liebe Grüße
    Andrea

  5. Hallo Silke,
    Ich nehm auch so eine Schippe.

    Ich bin jetzt einige Tage ziemlich nachlässig gewesen.
    Sportevent, WE arbeiten, Training, vorbereitungen für mein Solourlaub……..

    Arghhh, ich könnt heulen.
    Irgendwie ist mein erkämpfter Freiraum verschwunden.
    Es scheint ein Fass ohne Boden, also Kopf hoch das wird.

    LG Andrea

  6. Ich kenne das Problem auch. Immer plagt mich das schlechte Gewissen, wenn ich Dinge, die mal teuer waren und kaum genutzt wurden, einfach so weggegebe. Wenn man noch ein paar Euro dafür ergattern kann, dann macht einen das nicht reich, aber das Gewissen wird ein bisschen leichter. Und es ist ja auch gut, wenn es mühselig ist und nervt, denn das ist ja auch ein Teil des Lernprozesses, damit man beim nächsten Mal genau überlegt, ob man das oder jenes überhaupt kaufen muss.
    Aber wenn man unter Zeitdruck ist, ist das natürlich ganz schlecht.
    Die Couch wäre ggfs was für Studenten, die sind immer dankbar für günstige Möbel.

  7. Welchen „Wert“ haben Dinge, die Du auch nach dem x-ten Versuch auf einem Flohmarkt nicht losgeworden bist?
    Welchen vermeintlichen „Gegenwert“ kannst Du damit maximal (wenn überhaupt) noch erzielen und rechtfertigt dieser vermeintliche „Wert“, Dich zusätzlich selbst damit unter Druck zu setzen??!

    Okay, ich gebe zu, hier in Berlin kannst Du alles was Du loswerden willst und bei ebay etc nix bringt, auf die Strasse stellen, und es hat nach kurzer Zeit einen neuen Besitzer gefunden. Das mag in Deiner Gegend auf dem Land nicht so einfach sein 😉
    Aber hier mit „Nachhaltigkeit“ in dem Zusammenhang zu kommen oder den paar Euros, die Du mit grossem Zeit-, Gedanken- und vielleicht auch Nervenaufwand eventuell in den nächsten zwei Jahren mit dem Gerümpel noch erzielen kannst, finde ich falsch gedacht.
    Ist es „Nachhaltig“, das Zeug zum „erstmal Einlagern“ quer durch Deutschland zu karren? 😉
    Du hast für das Zeug keine Verwendung mehr, anderen ist es offensichtlich auch keinen Euro Wert – warum nicht kurzerhand spenden, abholen lassen (Möbel) usw?

    Ich werfe es Dir natürlich nicht vor, aber scheinbar klammerst Du noch an so manchem Zeugs, was Dir nie wieder irgendeinen Nutzen bringen wird, auch nicht die Eur 3,50 die es irgendwann vielleicht mal bringen würde.
    Dass einiges davon Dir ja noch „Geld“ bringen könnte und deswegen nicht nach dem dritten erfolglosen Versuch auf irgendeinem Flohmarkt doch mal kurzen Prozess mit dem Ramsch zu machen, halte ich für einen unbewussten Selbstbetrug, um das (doch noch) Klammern an den Dingen vor allem vor Dir selber zu rechtfertigen. Versteh mich nicht falsch, ist kein Angriff gegen Dich! Ein Gedankenanstoss :-)

    • Silke

      13. Juni 2015 at 8:45

      Hi,
      ich stimme dir im Prinzip zu. Dinge, die ich jetzt eingelagert habe, bin ich allerdings nur nicht losgeworden, weil im Frühjahr leider niemand Winterkleidung kauft Möbel etc. werde ich auf keinen Fall einlagern! Natürlich ist es schade, dass ich so viel Geld dafür ausgegeben habe, aber am Ende bringt es eben nichts und ich werde die Sachen verschenken oder spenden. Den Gedankenanstoß mit dem Klammern finde ich interessant Ich will die Sachen wirklich einfach nur noch loswerden. Aber du hast recht. Irgendetwas hält mich ja scheinbar noch davon ab, mein Sofa zum Beispiel für nur 50€ anzubieten. Und das, obwohl ich genau weiß, dass ich nur noch zwei Wochen habe um es loszuwerden und es am Ende eventuell verschenken „muss“.
      Viele Dinge sind übrigens schon in Kartons gelandet um sie an die Hochwasseropfer in Österreich zu spenden.
      Danke und liebe Grüße
      Silke

  8. Hallo Silke,
    gibt es auch die Möglichkeit, vor deiner Tür noch einen kleinen Flohmarkt mit Wohnungsbesichtigung des Sofas und anderer Dinge zu machen? Das Wetter ist gut und das geht doch schnell. Mit Waffeleisen. Damit verdienst du am meisten. Leider ist es so. Ich hatte nie den Nerv die Dinge noch lange abzugeben und hab sie schnell weggebracht. In die Give Box oder die Mülltonne. Meine Freundin hatte einfach eine Box 3 Wochen vor der Tür stehen mit Dingen und eine kleine Spendenbüchse, bevor sie nach Berlin ging.

    Ich finde dein Vorhaben toll! Hab leider kein Reisefieber. Allerdings nervt mich die ziemlich leere Wohnung auch. Obwohl sie schön ist, ist sie ein Klotz am Bein. Sie könnte etwas kleiner sein (53 qm) und in einer schöneren Stadt.

    Zeitdruck ist gruselig.
    Wünsche dir viel Erfolg weiterhin. Was arbeitest du dann von unterwegs? Das flexible Unternehmen hätte ich, nur keine Lust zu reisen.

    Liebe Grüße – Tanja

    • Silke

      13. Juni 2015 at 8:36

      Hallo Tanja,
      Die Idee mit dem Trödelmarkt vor der Haustür hatte ich auch schon, aber hier kommen am Tag vielleicht zehn Autos und fünf Fußgänger vorbei Ich habe jetzt in verschiedenen Facebook-Flohmarkt-Gruppen gepostet, dass wir unsere Wohnung auflösen. Ein paar Dinge bin ich dadurch schon losgeworden. Es wird sich schon eine Lösung finden. Danke für deine Tipps.
      Wenn dich deine leere Wohnung nervt und du eigentlich gerne in einer kleineren Wohnung in einer schöneren Stadt wohnen würdest, dann mach doch einfach mal Nägel mit Köpfen. Nur von dem Gedanken daran wird sich nichts ändern.
      Reisen oder ständig unterwegs sein ist sicher nicht für jeden etwas. Ich finde es toll, dass du dazu stehst. Viele Menschen reden sich glaube ich ein, dass sie gerne Reisen, „weil das ja jeder so sieht“. Mich hält es einfach nicht lange an einem Ort. Ich brauche die Abwechslung und das Abenteuer. Unterwegs arbeite ich als Lektorin und ich plane gerade einen Onlinekurs und ein E-Book. Ob ich davon leben kann, wird sich zeigen, aber ich möchte es nicht unversucht lassen.
      Liebe Grüße
      Silke

  9. Hallo Silke,
    wir alle schafften irgendwann etwas an, was wir eigentlich nicht benötigen, oder nicht mehr. Ich denke, oft haben wir noch den Preis vor Augen und ein schlechtes Gewissen, wenn wir es entsorgen wollen oder verschenken, denn es war ja unsere Lebenszeit (zum Geld verdienen), die wir dafür hergaben. Es ist also ein Eingeständnis einer falschen Kaufentscheidung und so etwas schmerzt ein wenig. Deshalb freuen wir uns, wenn es jemand möchte, wir so ein gutes Werk tun. Und dann natürlich die Ängste, brauche ich es vielleicht doch wieder und muss dann Geld ausgeben, wenn ich es nicht behalte? Viel Glück. Irgendwann hast du es geschafft.
    Übrigens: Einige trauen sich auch nicht zu sagen, dass sie gern etwas hätten.
    LG von Anne

    • Silke

      12. Juni 2015 at 10:55

      Hallo Anne,
      sehr wahre Worte. Danke. Es ist schön, dass ich mit meinen Problemchen nicht alleine bin.
      Sollte hier jemand sein, der sich aus irgendwelchen Gründen nicht traut zu sagen, dass er etwas gebrauchen könnte: Nur raus mit der Sprache! Auch Minimalisten haben Bedürfnisse und können den ein oder anderen Gegenstand gebrauchen.
      Vielleicht können wir uns hier gegenseitig ein wenig helfen, dass nicht so viel auf dem Müll landet.
      Liebe Grüße
      Silke

  10. Hallo Silke,

    Zeitdruck ist beim Loswerden wirklich sehr belastend. Ich kenne das und bin froh, dass wir nach Jahren des Ausmistens uns langsam beim Zustand befinden, der mir gefällt. Hier liegt noch der letzte Schwung Kleidung und die alten Handtücher herum, die zur Kleiderkammer kommen. Mittlerweile (aufgrund anderer Lebensumstände) beschäftigen wir uns manchmal und leise mit der Frage: Brauchen wir nicht vielleicht noch einen Schrank? (Falls du noch einen hast, wir wohnen zu weit weg :o))

    Was mir im Kontakt mit anderen, nicht Minimalismus-orientierten Menschen auffällt: Besitz belastet nicht an sich. Das ist eine Einstellungssache. Ich kenne einige Leute, die wirklich zufrieden sind, mit den vielen Sachen, die sie besitzen und die das überhaupt nicht als belastend oder störend empfinden.
    Mir geht es aber wie dir, und ich bin froh um das ganze Weniger in unserer Wohnung.
    lg Grüße
    Nanne

    • Silke

      12. Juni 2015 at 9:13

      Hallo Nanne,
      schön, dass ihr schon an einem „Wohlfühlpunkt“ angekommen seid. Darauf freue ich mich auch schon sehr.
      Gut, dass du geschrieben hast, dass ihr zu weit weg wohnt. Ich hatte schon angefangen zu überlegen, ob ich noch einen Schrank habe 😀
      Ich stimme dir zu, dass Besitz erst so richtig belastend wird, wenn minimalistisch eingestellt ist und andere ihren Besitz meist nicht als belastend oder störend empfinden. Dennoch geht auch bei ihnen viel Zeit für die Pflege ihres Besitzes verloren. Vielleicht merken sie diese „Belastung“ nicht direkt, aber sie haben doch weniger Zeit. Auch bei einem Umzug bekommen sie ihren Besitz zu spüren. Vielleicht empfinden sie es als normal, aber schleppen müssen sie das ganze Zeug trotzdem. Den meisten Menschen wird eben erst bewusst, wie viel (zu viel) sie besitzen, wenn sie umziehen.
      Liebe Grüße
      Silke

      • Natürlich müssen sie beim Umzug das Einräumen und Umräumen, aber es ist eine Einstellungssache, ob ich das als negativ bewerte oder nicht. Und da kenne ich eben auch genug, die das nicht so sehen. Auch beim Umzug nicht.

        Euch noch viel Erfolg beim Umzug (oder seid ihr schon unterwegs?)
        Liebe Grüße
        Nanne

  11. Schöner Artikel und vieles so wahr
    Was mich auch nervt ist, das es irgendwie kein Ende nimmt. Wir werfen seit Monaten Sachen ohne Ende raus und immer wenn ich denke wir haben es geschafft, taucht von irgendwoher wieder Zeug auf.
    Klar, liegt daran das jetzt quasi der „Weg“ freigemacht wurde und mein Blick auf Sachen fällt die vorher selbstverständlich und damit unsichtbar waren. Aber nervig ist es trotzdem.
    Ich wünsche mir manchmal eine magische Schaufel, die unnütze Sachen von Dingen die man braucht trennen kann. Damit würde ich dann die Wohnung aufräumen :)

    Viele Grüße
    Chris

    • Silke

      11. Juni 2015 at 19:15

      Hi Chris!
      Wenn du so eine Schaufel findest, hätte ich auch gerne eine. Und eine Kiste, die die Sachen, dann automatisch an Menschen verteilt, die sie gebrauchen können. Es tut mir zwar leid, dass es bei dir auch kein Ende zu nehmen scheint, aber es freut mich auch, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine bin. Ich hoffe dir konnte der Artikel ein wenig helfen, nicht aufzugeben.
      Liebe Grüße
      Silke

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