Was wäre ein Leben ohne Wohnung?

Brauche ich wirklich eine Wohnung?

Ein Bett. Ein Dach über dem Kopf. Dusche und Toilette. Eine Kochmöglichkeit. Das sind die Dinge, die mir an meiner Wohnung wichtig sind. Alles andere sind nette Zusätze, die einem manchmal das Leben etwas erleichtern, aber total austauschbar sind. Eigentlich ist in meiner Wohnung alles austauschbar. Bis auf ein paar kleine Erinnerungsstücke würde mir nichts fehlen, wenn plötzlich alles weg wäre. Ich habe einfach keine emotionale Bindung zu meinen Möbelstücken. Das war bei mir nicht immer so. Mein Denken in Bezug auf Besitz hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Meine Möbel sind praktisch, aber das gilt auch für 1000 andere Tische, Schränke und Regale. Für mich sind es reine Gebrauchsgegenstände. Der Inhalt ist meist viel wichtiger. Auf Kochen ohne Töpfe und Duschen ohne Handtuch möchte ich lieber verzichten. Aber brauche ich das ganze Drumherum, das eine Wohnung mit sich bringt? An einen Ort gebunden sein, immer die gleiche Aussicht, dieselben (nervigen) Nachbarn, die stetig steigende Miete …

Macht dich deine Wohnung glücklich?

Ja, eine Wohnung bietet Komfort und Gemütlichkeit und ist ein Rückzugsort. Aber ist das nicht auch alles gegeben, wenn ich unterwegs bin und irgendwo ein Zimmer im Hotel oder eine Ferienwohnung gebucht habe? Dann habe ich doch auch einen Ort, an den ich mich zurückziehen kann. Dir ist es nicht egal wo und wie du wohnst? Aber warum ist das so? Wieso hängst du so an deiner Wohnung und deiner Einrichtung? Wärst du wirklich unglücklich, wenn dort plötzlich ein anderes, kleineres Sofa stehen würde oder dein Kleiderschrank schwarz statt weiß wäre?

Veränderungen machen glücklich

Wendelstein

Mein Umzug von NRW nach Bayern hat mir gezeigt, dass mich Veränderungen glücklich machen. Ich stelle mich gerne neuen Herausforderungen und habe kein Problem damit, immer wieder von vorne anzufangen. Ich glaube, dass man das trainieren kann. Zum Beispiel durch Comfortzone Crushing, wie ich es in einem Workshop im Oktober gemacht habe oder indem du regelmäßig etwas Neues ausprobierst, wie zum Beispiel Mischa von Adios Angst mit seiner 52-Wochen Challenge auf Facebook. Ich mag nicht nur Veränderungen meiner Wohnungseinrichtung, sondern auch die Veränderung meiner Umgebung. Und da hat sich nach dem Umzug einiges verändert. Hier gibt es weder S- noch U-Bahn und Döner gibt es hier auch nicht an jeder Straßenecke, sondern nur an einem Imbisswagen am Ortsrand und das auch nur montags. Wenn ich in die nächste Stadt möchte, brauche ich ein Auto oder muss 15 Minuten zum Bahnhof laufen, wo dann ein Mal die Stunde ein Zug kommt. Am Anfang war alles neu und alles anders. Der Bäcker, der Semmeln statt Brötchen verkauft, der Supermarkt, der ein anderes Produktsortiment hat, „Grüß Gott“ statt „Guten Tag“, rote Geranien auf jedem Balkon (auch auf unserem) … Alles Dinge, die anders sind und nicht unbedingt besser. Dinge, an die man sich gewöhnen muss, die nicht zu ändern sind. Und genau das macht für mich den Reiz eines Umzuges aus.

Ich möchte keine Weltreise machen

Jeden Monat umziehen? Immer und immer wieder Kisten packen und ins Auto schleppen? Das klingt nicht gerade verlockend. Je weniger Besitz du hast, desto einfacher wird natürlich auch dein Umzug. Aber der Aufwand wäre trotzdem noch sehr hoch. Auf einer Weltreise haben viele nur einen großen Rucksack dabei, in dem alles verstaut ist, was sie für die nächsten Monate brauchen. Aber ich möchte keine Weltreise machen, sondern allgemein abwechslungsreicher leben. Ich möchte frei sein und Neues entdecken. Meinem Freund geht es genauso. Wir sind Chamäleons und möchten unsere Anpassungsfähigkeit nutzen. Wie wir das anstellen wollen? Ein Wohnmobil wäre eine gute Möglichkeit für ein Leben ohne Wohnung. Du hast ein Bett, ein Dach über dem Kopf, Dusche, Toilette und eine Kochmöglichkeit. Alles, was bei einer Wohnung wirklich wichtig ist. Und du bist flexibel. Wenn du möchtest, kannst du jeden Tag an einem anderen Ort aufwachen oder ein paar Wochen bleiben und dann weiterziehen. Du zahlst keine Miete, sondern hast variable Kosten wie Sprit und Stellplatzgebühren. Dein Leben kann sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren und du kannst jede Menge Abenteuer erleben. Das sind sicher auch einmal Abenteuer, auf die du gut verzichten könntest, aber die Freiheit, die du gewinnst und die Erfahrungen, die du sammelst, sind unbezahlbar.

Kein Geistesblitz

VWBus_Übernachtung

Wir haben diesen Plan noch nicht immer. Diese Idee ist langsam in uns gewachsen. Es fing ganz harmlos damit an, dass wir eine Woche im VW Bus Bayern erkundet haben. Danach sind wir auf die Idee gekommen, dass wir so etwas auch einmal länger machen könnten. Einen Trip von Deutschland über Frankreich nach Spanien oder einen Abenteuerurlaub in Skandinavien. Da der VW Bus aber nur eine Übernachtungsmöglichkeit war und weder Dusche noch WC hatte, mussten wir diese Pläne erst einmal ruhen lassen. Die Gedanken an eine solche Reise kamen aber immer wieder und haben uns nie losgelassen. Als wir dann anfingen uns über ortsunabhängiges Leben und Arbeiten zu informieren und erste Schritte in diese Richtung zu gehen, wurde aus dem Gedanken, ein Leben ohne Wohnung zu führen, schon fast ein Bedürfnis. Genährt wurde dieses Verlangen in den letzten Wochen vor allem durch Nimas Blogpostreihe „Leben on the Road“ auf Abenteuer Spanien, unsere Vorreiter von 14qm und das sympathische Trio von Herman unterwegs. Sie alle haben auch einmal mit diesen Gedanken angefangen und sind jetzt in der Umsetzungsphase oder schon mittendrin. Das macht uns natürlich Mut den Schritt vom Wohnen ohne Wohnung zu wagen. Danke dafür!

Nicht nachmachen

So ein Leben ist sicher nicht für jeden etwas. Wir werden auch noch herausfinden müssen, wie lange uns dieses Leben Freude bereitet. Aber ohne es auszuprobieren, werden wir es nicht erfahren. Viele Fragen sind noch unbeantwortet und so manches Problem noch nicht gelöst. Entweder lässt du dich davon abschrecken oder du packst es an. In jedem Fall solltest du dir gut überlegen wohin dein Leben führen soll. Bist du bereit die Felsbrocken, die dir in den Weg gestellt werden, zu erklimmen? Der Weg nach oben ist steil und steinig, aber oben angekommen kannst du die Welt überblicken und stolz von dir behaupten „Ich gehe meinen eigenen Weg“.

Bist du auch ein Chamäleon, das sich neuen Situationen anpasst? Oder fühlst du dich unwohl, wenn du deine gewohnte Umgebung verlässt?

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24 Comments

  1. Hallo,
    ein toller Bericht.
    Genau DAS habe ich vor und traue mich nicht. Jahrzehntelang wohnte ich in Wohnungen, in meiner letzten 12,5 Jahre. Dann wurde ich nach Eigentümerwechsel gekündigt. Seitdem finde ich seit Jahren keine ruhige Wohnung mehr. Pausenlose Mieterstörungen Tag und Nacht, ganz massiv. So sehr ich mich auch bemühte durch Nachfragen und vorherigem Erkunden eine gute Wohnung zu finden, so war die nächste Wohnung wieder nur ein Griff ins Klo. Ständiger Schlafmangel und dadurch eingeschränkte Lebensweise und gesundheitliche Problem sind die Folge geworden. Ich kündigte immer sofort und fand dann aufgrund meiner Angeschlagenheit nicht schnell genug eine Wohnung, konnte auch oft nicht suchen und nicht außer Haus. 2 mal lief ich einer schon in Gang gesetzten Räumungsklage davon…trotzdem kostet das dann was. Die rechtlichen Dinge und die Umzugskosten gehen zusammen locker in die 10 000 Euro und mehr. Da ich extrem sparsam bin, machte mir das nicht viel aus, aber ärgerlich ist es schon. Man will sein Geld ja anderweitig nutzen können. Derzeit bin ich auf der Suche nach einem kleinen Womo, finde aber nichts, bzw. ich weiß nicht, was da die bestes Quelle des Suchens wäre. Ich gucke halt im Netz…immer wieder. Ich bin für ein sehr spartanisches Leben gut geeignet, auch wenn meine Gesundheit nicht mehr die beste ist. Allerdings bin ich in der Alltagsbewältigung, z.B. Zurücklegen grösserer Strecken usw…ziemlich eingeschränkt. Aber egal, ich muss an ein Womo kommen oder so ein umgebauter Bus, wie ihr den habt.
    Drückt mir die Daumen, denn ich halte es in Miethäusern nun definitiv nicht mehr aus. *winke* :)

    • Silke

      3. Mai 2017 at 11:14

      Hi,
      trau dich! :-) Ich bin jetzt seit fast zwei Jahren wohnungslos und habe es noch nicht bereut. Ein Wohnmobil und tolle Freunde und Familie, die einen mal aufnehmen, machen es natürlich deutlich leichter. Gib deine Suche nicht auf. Das Internet ist voll von tollen Campern und Wohnmobilen, die nur darauf warten jemandem ein Zuhause zu sein. Guck dich auch mal in den Wohnmobil-Gruppen auf Facebook um. Dort werden regelmäßig tolle Mobile gepostet (z.B. bei „Aussteiger, Abenteurer, Tramper“). Aber auch bei eBay-Kleinanzeigen kannst du fündig werden und musst mit etwas Glück nicht einmal weit fahren, um dir das Fahrzeug anzusehen. Informiere dich aber auch, auf was du beim Kauf achten solltest. Dazu findest du bei 14qm eine tolle Checkliste
      Ich wünsche dir alles Gute und glaube ganz fest daran, dass du deinen Weg finden und gehen wirst.
      Lieben Gruß,
      Silke

  2. Hallo Silke,
    toller Bericht. Weiter so.
    „Bis auf ein paar kleine Erinnerungsstücke würde mir nichts fehlen, wenn plötzlich alles weg wäre. “
    Auch dafür gibt es eine Lösung. Ich hab alle Erinnerungsstücke, die ich abgegeben habe, mit der Digitalkamera archiviert. Ein paar persönliche Unterlagen wurden eingelagert.
    Alles weitere kannst Du auf meiner Homepage nachlesen. :-)
    LG
    Werner
    http://lebenimwohnmobil.wordpress.com

    • Silke

      8. Mai 2015 at 6:58

      Hallo Werner,
      Danke :-)
      Ich habe inzwischen festgestellt, dass es wirklich nur noch eine kleine Box mit Erinnerungsstücken ist, die mir am Herzen liegt. Die wird eingelagert. Den Rest habe ich noch einmal angeschaut und als Erinnerung im Kopf behalten. Auf deiner Homepage werde ich natürlich trotzdem mal vorbeischauen :-)
      Liebe Grüße
      Silke

  3. Hi Silke, tolle Gedanken, die mich wieder zum Nachdenken anregen. Ich entferne mich geistig auch immer weiter von dem Gefühl, meine Wohnung als „meine Höhle“ anzusehen. Seither fällt es mir auch viel leichter, diese zu vermieten und meine Möbel mit den Mietern quasi zu teilen. Wer sich geistig von der Wohnung als „meins“ befreit, der kann dann auch ruhig noch eine Wohnung unterhalten und immer vermieten, wenn man sie nicht braucht. Alles Kopfsache finde ich. :)

    • Silke

      26. Februar 2015 at 8:08

      Hallo Tim,
      schön, dass es dich auf meine Seite verschlagen hat :-)
      Beim vermieten der Wohnung muss der Vermieter zustimmen, richtig? Das ist leider nicht immer der Fall. Aber wenn es klappt, umso besser!
      Dieses „meins“-Denken finde ich auch total interessant. Das hab ich zum Teil, obwohl ich eigentlich keine emotionale Bindung zu meinen Möbeln etc. habe und auch sehr gerne teile.
      Danke, dass du eine weitere Möglichkeit aufgezeigt hast, wie ein Leben mit/ohne Wohnung funktionieren kann! Ein Wohnmobil ist nunmal nicht für jeden das Richtige.
      Lieben Gruß
      Silke

  4. Hallo Silke,

    die Frage nach der Wohnung stelle ich mir auch recht häufig. Eine wirkliche Antwort darauf gefunden habe ich, auch nach zig Umzügen, noch nicht.

    Allerdings zwingt uns ja niemand, für den Rest unseres Lebens auf dem Weg, den wir gerade beschreiten, zu bleiben. Wenn wir merken, dass wir einen anderen einschlagen möchten, haben wir jeden Tag die Möglichkeit dazu.

    Alles Liebe,
    Philipp

    • Silke

      25. Februar 2015 at 10:48

      Hallo Philipp,
      da hast du absolut Recht! Wir können unsere Richtung wechseln so oft wir möchten. Leider tun wir das nur zu selten. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich mir Grenzen setzen lasse und Probleme sehe wo (außer meinen Gedanken) keine sind.
      Lass mich wissen, wenn du für dich eine Wohnungs-Lösung gefunden hast :-)
      Lieben Gruß
      Silke

  5. Hi Silke,
    danke für die Anregungen in deinem Post. Meine längste Wohnmobile-Erfahrung hat 3 Wochen gedauert und war super. Langfristig würde mir jedoch der Rückzugsort fehlen, besonders wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist.
    Mir gefällt es sehr gut, oft den Ort zu wechseln (Chamäleon ;)), aber das in einer festen Bleibe. Nicht unbedingt wegen der Annehmlichkeiten, die mit einer Wohnung kommen, sondern eher um das Gefühl eines festen (wenn auch nur vorübergehendem) Wohnort zu haben.
    Beeindruckend finde ich es allemal, wie z.B. Steffi schon seit über 6 Jahren auf Reifen lebt.
    Liebe Grüße, Sebastian

    • Silke

      25. Februar 2015 at 8:41

      Hallo Sebastian,
      und wieder ein Wohnungs-Chamäleon 😉 Da wir gerne auch mal nach Asien möchten, werden wir dort wahrscheinlich auch zu Wohnungs-Chamäleons und wenn wir zurück nach Deutschland kommen, wartet unser Womo auf uns. So stellen wir uns das zumindest vor :-)
      Das mit dem Rückzugsort scheint viele hier zu beschäftigen … darüber mache ich mir irgendwie keine Sorgen. Vielleicht weil es mir z. B. in Irland gereicht hat, wenn ich mich im Zelt in meinen Schlafsack kuscheln konnte. Wahrscheinlich auch, weil wir nur zu zweit sind und uns auch auf engstem Raum nicht auf den Keks gehen. Wir werden sehen.
      Lieben Gruß
      Silke

  6. Liebe Silke,
    der Artikel beschreibt echt richtig schön Deine Gedanken und wie es für Dich bzw. Euch zu der Überlegung kommt, mobil wohnen zu wollen. Ja, man muss wirklich erst alles einmal ausprobieren um zu wissen, wie gut es einem tatsächlich gefällt – aber so, wie Du Eure Beweggründe schilderst … das KANN ja eigentlich nur passen, finden wir! :)

    Wir sind gespannt, wie es bei Euch weitergeht(!!!) und freuen uns natürlich total, dass Du auch bei uns mitliest und uns sogar in Deinem Beitrag erwähnt hast :) !

    Ganz liebe Grüße,
    Sabine, Micha und Fenja

    • Silke

      25. Februar 2015 at 8:46

      Hey ihr drei!
      Das macht Mut! Danke!
      Ich bin auch total gespannt wie es bei euch weitergeht :-) Wisst ihr schon in welche Richtung ihr startet, wenn Herman fertig ist?
      Vielleicht trifft man sich ja mal „on the road“, wenn wir endlich mobil sind.
      Lieben Gruß
      Silke

      • Hi Silke,

        Wir würden uns total freuen mal on the Road, aber vielleicht auch Off-Road zu treffen! 😉
        Wir möchten nächsten Winter in Portugal überwintern, aber wir haben ja auch schon über Andechs gequatscht. 😉

        Liebe Grüße,
        Sabine, Micha und Fenja

        • Silke

          2. März 2015 at 8:51

          Hi Familie Herman!
          Ich bin total gespannt wo wir uns über den Weg laufen oder fahren :-)
          Portugal wollen wir auch ansteuern. Ist nur die Frage, wann wir da ankommen, da wir ohne Zeitplan unterwegs sein wollen.
          Andechs ist quasi schon eingeplant 😉
          Glückwunsch zu euren Fortschritten am Wochenende! http://herman-unterwegs.de/hallo-haus/
          LG Silke

  7. Silke

    24. Februar 2015 at 21:08

    Hallo Daniela!
    Das klingt auch super spannend! Stell dir mal vor, wir würden alle ein Leben im Wohnmobil führen wollen … Das wäre ja auch blöd. Ich finde es toll, dass es so viele verschiedene Lebenswege und Ziele gibt. So haben wir auch mehr Dinge über die wir uns unterhalten können und das Leben bleibt immer interessant

  8. Hallo Silke!

    Witzig, was du schreibst, habe ich so oder so ähnlich früher auch immer in mein Tagebuch geschrieben. Wozu das ganze Zeugs, wenn doch alles, was ich brauche auch in 2 Radtaschen passt? Wozu eine Wohnung, wenn ich doch nie zuhause, sondern viel lieber unterwegs bin?

    Meine letzte Wohnung hatte ich 2007. Im Winter 2007 haben haben mein Mann und ich das Nötigste in 4 Radtaschen gepackt und sind in den Flieger gestiegen, um in Thailand und Laos für ein paar Monate Rad zu fahren. Mehr brauchten wir nicht. 4 Radtaschen.

    Danach wollten wir dann gar nicht mehr zurück in unsere 4 Wände.

    Wir zogen also in ein Wohnmobil. Erst einen VW-Bus. Jetzt ist es ein kleiner LKW, ein Mercedes Benz Kurzhauber aus dem Jahr 1967. Mit ihm fahren wir zwischen Berlin und Lagos (Portugal) hin und her.

    Das Leben auf Rädern „on the road“ ist meistens super schön. Manchmal aber auch ziemlich anstrengend. Uns fehlt manchmal ein Rückzugsort. Dafür kommen wir natürlich viel rum, sehen viel, treffen neue und alte Freunde und haben sowas von überhaupt keinen Alltagstrott mehr.

    Alles hat so seine Vor- und Nachteile und so kann es jeder echt nur ausporbieren, ob es was für ihn ist – das Leben auf Rädern!

    Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

    bunteGrüße
    deineSteffi

    • Silke

      24. Februar 2015 at 21:17

      Hallo Steffi,
      Echt cool, dass ihr so lange mit dem Rad unterwegs wart und auch danach nicht wieder in eine Wohnung gezogen seid. Das zeigt mir wieder einmal, dass ich da keine Luftschlösser baue. Welchen Tipp würdest du „Neulingen on the road“ geben, damit ihr Traum kein Alptraum wird?
      Danke, dass du ein Stück deines Lebens mit uns teilst.
      Lieben Gruß
      Silke

  9. Ich bin leider viel zu oft noch in meiner Komfortzone, aber ich arbeite schon lange daran sie mehr und mehr zu verlassen.
    Umzüge waren immer schrecklich für mich. Aber hauptsächlich einfach weil ich ZU VIEL Kram habe/hatte. Meinen vorletzten und letzten Umzug habe ich dann dazu genutzt endlich Ballast abzuwerfen. Zwar habe ich immer noch zu viel, aber ich mache ja weiter und sortiere aus und verkleinere mich.

    Das Leben im Wohnmobil ist ein Traum von mir, der sich erst vor einiger Zeit so richtig herauskristallisiert hat. Ich war schon einige Male in einem unausgebauten Van unterwegs, und selbst ohne Toilette und ohne Dusche und ohne richtiges Bett hat es mir richtig Spaß gemacht. Früher als Kind bin ich schon immer mit meinen Eltern im Wohnwagen in Urlaub gefahren. Ich kann mir vorstellen daß ich es die meiste Zeit lieben werde.
    Mein Benzingeld, Standgebühren, Gas und eventuelle Reparaturen, sowie Lebensmittel und Kleidung, das alles würde ich mir gerne mit meiner Musik verdienen. Ich mache schon seit Jahren hin und wieder Strassenmusik, habe auch eine CD, und ich könnte mir gut vorstellen herumzureisen und in Städten, auf Märkten und wo es gerade passt, Musik zu machen. Hach, das wäre toll….

    Mal sehen ob ich es realisieren werde :)

    Viele Grüße,
    Sandra

    • Silke

      24. Februar 2015 at 21:12

      Hallo Sandra!
      Danke für deinen schönen Kommentar. Du bist doch schon auf einem tollen Weg. Schau dich mal auf wirelesslife.de um. Dort findest du tolle Tipps zum ortsunabhängigen Leben und Arbeiten. Vielleicht kannst du deine CD oder allgemein dich und deine Musik über einen Blog promoten. Dann könntest du schon jetzt etwas Geld für dein Leben im Wohnmobil verdienen.
      Lieben Gruß
      Silke

  10. Hallo Silke,
    ich bin über Mischa von Adios Angst – Bonjour Leben auf Deinen spannenden Artikel aufmerksam gemacht worden. Wir haben im vergangenen September unsere Wohnung aufgegeben und sind seitdem mehr oder weniger unregelmäßig unterwegs 😉 Und wenn wir in unserer „Heimatbasis“ sind, dann steht dort nur unser eigenes Bett und der Mac. Alles andere gehörte Sebastians Oma. Aber es ist zweckmäßig. Wir brauchen kein durchgestyltes Zuhause mehr. Und nachdem wir zur Zeit in Amerika sind und dort durch Freunde die Möglichkeit hatten in einer Hütte im Wald (ohne Elektrizität oder fließend Wasser und mit Toilette im Outhouse) zu bleiben, haben wir festgestellt, dass wir auch ohne all den Komfort überleben können und es sogar genießen. So ist unsere Idee auch mal eine Weile mit einem Wohnmobil durch Europa zu reisen wieder in unseren Köpfen präsent!
    Die einzige Schwierigkeit bei so einem einfachen Leben ist die ständige Suche nach diesem Internet, mit dem wir alle unser Geld verdienen. Das ist manchmal etwas anstrengend. Ich denke aber auch das wird besser, sobald wir geübter darin sind und nicht mehr die Fehler machen, die wir jetzt gemacht haben (2x T-mobile SIM-Karte gekauft statt mindestens 1x AT&T …).
    Ich bin gespannt, wie es bei euch weitergeht!
    Steffi

    • Silke

      24. Februar 2015 at 21:23

      Hallo Stefanie!
      Das ist ja der absolute Wahnsinn wie viele Leute mobil wohnen, leben und arbeiten. Gut, dass du auch mal einen etwas schwieriger zu lösenden Punkt ansprichst. Das mit dem Internet ist ja tatsächlich verdammt wichtig. Es gibt ja viele Möglichkeiten unterwegs online zu sein, aber welche ist die beste, günstigste, einfachste?! Alles Fragen, die sich hoffentlich in nächster Zeit nach und nach klären. Aber wir sind ja offensichtlich nicht alleine mit unserem Vorhaben und wir haben alle ähnliche Probleme. Eure Idee mit der kleinen Homebase find ich übrigens auch cool

  11. Hi Silke,

    du hättest es nicht besser ausdrücken können. Ich liebe Umzüge, ich mag es, wenn alles neu, unbekannt und anders ist, selbst wenn du „nur“ innerhalb Deutschlands umziehst. Dies war einer der Gründe im Wohnmobil zu leben. Ständiges umziehen ohne Möbel und Kisten, einfach herrlich.

    Gruß
    Andreas

    • Silke

      24. Februar 2015 at 21:27

      Hallo Andreas,
      schön, dass sich unsere Ansichten so oft überschneiden. Vielleicht lese ich auch deshalb so gerne euren Blog …
      Ich wohne jetzt seit fast zwei Jahren in der gleichen Wohnung. Das ist mir schon lange nicht mehr „passiert“.

  12. Oh, da freue ich mich aber über deine Erwähnung – herzlichen Dank :-)

    Und noch schöner finde ich, dass dieser etwas ungewöhnliche Lebensstil auf so großes Interesse stößt! Die Welt braucht mehr Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, deshalb bin ich auf eure Umsetzung sehr gespannt :-)
    Liebe Grüße
    Nima

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