Erste Schritte auf Bali

Wie du im letzten Artikel vielleicht schon gelesen hast, hatten wir im Flughafen in Denpasar vergessen Bargeld zu holen. Alles halb so wild, denn direkt gegenüber gibt es dort auch noch Geldautomaten. Trotzdem kamen wir uns erst einmal etwas blöd vor, dass wir daran nicht direkt gedacht hatten. Wir bestellten also ein Taxi zu unserer Unterkunft in Kuta. Unser Abholservice des Guest House war uns leider während unseres Fluges abgesagt worden. So konnten wir wenigstens schon einmal den Umgang mit der neuen Währung (IDR=indonesische Rupiah) üben und das erste Mal handeln. Viel Spielraum hatten wir allerdings nicht, da es am Flughafen ziemlich eindeutig ist, dass du dort weg möchtest und du dich sehr wahrscheinlich nicht auskennst. Wir zahlten immerhin 50.000 IDR (etwa 3,50 Euro) weniger als uns der erste Fahrer vorschlug. Wir gingen direkt zu einem Taxi-Vermittlungs-Stand, der uns einen festen Preis nannte, den wir vor Ort bezahlten und dafür auch eine Quittung erhielten.

 

Die Fahrt nach Kuta beginnt

Auf Bali herrscht Linksverkehr, was aber schon fast zu vernachlässigen ist, da der Verkehr hier ziemlich krass ist. Kein Vergleich zu der Ordnung auf Deutschlands Straßen. Es ist eher wie ein Schwarm Ameisen. Aber es funktioniert. Im Taxi fühlte ich mich absolut sicher und achtete schon nach kurzer Zeit nicht mehr auf den Gegenverkehr sondern auf die Läden, Menschen und Tiere am Straßenrand. Pflanzen gab es eher wenige zu sehen, aber das hatte ich in Kuta auch nicht anders erwartet. Als wir an unserer Unterkunft ankamen, freute ich mich daher umso mehr, dass mich ein Garten mit ein paar Palmen erwartete. Und eine lächelnde Gastgeberin, die uns sofort unser Zimmer zeigte.

 

Erste Eindrücke

erste_Unterkunft_Kuta_Bali

Top Ausstattung: Ventilator und Moskitonetz

Das Zimmer war eher funktional eingerichtet und auch das Bad war eher schmucklos, aber ich war zufrieden. Wir zahlten hier pro Nacht nur 10 Euro und wollten auch nur die ersten zwei Nächte hier verweilen. Die Terrasse hingegen war echt gemütlich und auch ein Kätzchen lief im Garten herum, was mein Herz sofort höher schlagen ließ. Nach einem kurzen Nickerchen, welches wir wegen der Zeitverschiebung von sieben Stunden wirklich brauchten, haben wir eine erste Runde durch Kuta gedreht. Die Unterkunft lag nicht direkt im Zentrum, aber doch so zentral, dass wir alles zu Fuß erreichen konnten. Neben dem chaotischen Verkehr Balis, sind mir vor allem die anderen Gerüche aufgefallen. Mal riecht es nach Mango, dann nach Nelken (oft von Nelkenzigaretten) oder frischem Essen und dann wieder nach Regen und nasser Erde. An jeder Ecke standen Opferschalen mit Reis, Blüten und anderen Opfergaben. Dazu jede Menge Räucherstäbchen. Zudem waren überall Verkaufsstände mit Kleidung und Souvenirs. Du wirst zwar von fast jedem Händler angesprochen, aber ein einfaches „No“ oder „Thank you.“ reicht und du hast deine Ruhe. Ich habe dabei immer freundlich gelächelt, schließlich können sie nicht wissen, dass ich Minimalistin bin und außerdem ist es ihr Job den Touristen etwas zu verkaufen. Wir erreichten kurze Zeit später den Strand und erhaschten einen Blick aufs Meer. Da es schon dunkel war, gingen wir weiter. Vorbei an Hotels, einem Hard Rock Café und unsagbar vielen Bars und Restaurants. Auf dem Flug hatten wir jedoch so viel zu Essen bekommen, dass wir noch immer keinen Hunger hatten und einfach weiter gingen.

Kuta_Bali_australischer_Ballermann

Auch in den Straßen Kutas immer mit dabei: mein Jutebeutel.

Zurück im ersten Zuhause der Reise

Unser Bintang haben wir auch lieber in aller Ruhe auf der Terrasse des Guest House getrunken. Dort lernten wir auch Alex aus Deutschland kennen, der Bali auf seinem Surfbrett unsicher macht. Während wir uns unterhielten ging ich ein wenig auf Tuchfühlung mit dem Kätzchen, welches sich auch gleich auf die Seite legte um sich kraulen zu lassen. Lange blieben wir allerdings nicht mehr auf. Zwei anstrengende Tage lagen hinter uns und es wurde Zeit etwas Schlaf nachzuholen.

 

Die erste Nacht auf Bali

Die Nacht war halbwegs ruhig und ich habe gut geschlafen, weil ich einfach unendlich müde war. Die Moskitos hingegen, die sich abends offenbar unter unser Moskitonetz gemogelt hatten, haben eine fleißige Nachtschicht eingelegt und mir beide Beine zerstochen. Diese Viecher finden mich einfach überall. Egal. Erst einmal frühstücken und langsam in den Tag starten. An diesem Tag war noch nicht viel los mit uns. Wir mussten uns erst einmal an das Klima gewöhnen und richtig ankommen. Wir schlenderten zwischendurch nur ein wenig du die Straßen, schauten im Internet wo wir als nächstes hin wollten und das Kätzchen bekam so viele Streicheleinheiten wie wahrscheinlich niemals zuvor. Sie ist schwanger, hatte mir die Hausherrin erzählt. Da schadet etwas mehr Liebe sicher nicht.

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Meine neue tierische Freundin.

 

Kuta auf Bali vs. Ballermann auf Mallorca

Gegen Abend sind wir noch auf die Partymeile Kutas gegangen. Nichts für mich, aber auf jeden Fall ein Erlebnis. Je später es wurde, desto mehr füllten sich die Straßen mit partywütigen Menschen. Wer auf Shopping, Party und Nachtleben steht, ist hier genau richtig. Die Bars wetteiferten mit der Lautstärke der Musik, was mich nur noch mehr davon abhielt irgendwo hinein zu gehen. Kein Wunder, dass Kuta auch als australischer Ballermann bezeichnet wird. Was für uns Mallorca ist, ist für die Australier Bali. Wir kauften etwas außerhalb an einer Garküche etwas Reis, Tofu, Tempeh und Gemüse und ließen es uns auf der Terrasse schmecken. Von der Sauce habe ich nur ganz wenig genommen. Sie war höllisch scharf!

 

Roller mieten in Kuta auf Bali

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Unser Roller. Das Handeln hat sich gelohnt.

Am nächsten und letzten Tag in Kuta kümmerten wir uns darum einen Roller für die nächsten Wochen zu mieten. Wir schauten zunächst auf einer Webseite, die von einem Reiseblog empfohlen wurde, mussten jedoch feststellen, dass wir dort entweder eine teure Versicherung abschließen oder 750$ Pfand hinterlegen müssten. Wir liefen lieber in die Stadt. Dort hatten wir am Vortag ein kleines Büro eines Rollerverleihs gesehen. Endlich konnte ich handeln! Ich mache das wirklich gerne, da du diese Gelegenheit in Deutschland nur auf dem Trödelmarkt bekommst und mein Sparfuchs-Sinn geweckt wird. Der erste Preis lag bei 1.200.000 IDR (etwa 79 Euro). Der angebotene Preis war absoluter Standard für Touristen. 50.000 IDR pro Tag. Eigentlich ganz ok, denkst du wahrscheinlich, aber wir hatten am Vortag für ein paar Tage weniger schon ein Angebot von 900.000 IDR bekommen. Da war also noch Spielraum. Schließlich wollten wir den Roller für längere Zeit mieten. Der Verkäufer kam uns pro Tag um 10.000 IDR entgegen, also 960.000 IDR für den gesamten Zeitraum. Ich schüttelte den Kopf und er bat mich meinen Preis einzugeben. 850.000 IDR, tippte ich in den Taschenrechner, also etwa 35.500 IDR pro Tag (keine 2,50 Euro). Nach einem kurzen Telefonat wurde uns der Preis bestätigt. Ich hätte sicher einen niedrigeren Preis eingeben können, aber der Preis war so wirklich mehr als ok, was mir auch unsere Hausherrin bestätigte.

 

Du siehst also, dass sich handeln wirklich lohnen kann. In touristischen Gegenden wissen die Menschen, dass die Preise für uns Europäer unglaublich niedrig sind und vervielfachen daher ihre Preise für uns. Finde dich damit nicht einfach ab. Du beutest niemanden aus, indem du einen fairen, nicht touristischen Preis bezahlst. Und glaube mir, der Preis, den du am Ende zahlst, wird trotzdem noch um einiges höher sein, als der für Balinesen.

 

Endlich raus aus Kuta

Wie schon gesagt, Kuta war mir zu laut, zu voll, zu touristisch. Wir fuhren also nur noch zu unserer Unterkunft um unsere Sachen zu packen und uns zu verabschieden und machten uns auf den Weg. Schon das kleine Stück auf dem Roller bis zum Guest House ließ mir die Haare zu Berge stehen. Der Verkehr war einfach nur chaotisch. Roller und Autos schienen aus allen Richtungen wie aus dem Nichts zu kommen. Aber wir kamen heile an.

Im nächsten Bericht erfährst du wohin es uns als nächstes verschlug und ob ich die ganze Zeit schreiend auf dem Roller gesessen habe. Außerdem wirst du sehen, warum ein Rucksack tausendmal praktischer ist als ein Koffer und warum Autos purer Luxus sind.

Warst du schon einmal und Kuta? Wie hat es dir dort gefallen?

Zum Artikel „Mit dem Roller von Kuta nach  Canggu“

Zum Artikel „Mein erster Langstreckenflug“