Günstig reisen in Indien

Mit Bus, Zug und Rikscha unterwegs in Indien

In Indien kannst du super günstig mit Bus und Zug oder auch mit der Motor-Rikscha reisen. Es ist das erste Land, in dem ich es absolut vorziehe mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen statt zu fliegen. Auch auf längeren Strecken. Und das, obwohl Indien verdammt groß ist und die Fahrten immer recht lange dauern. Warum ich das Reisen mit Bus und Zug hier so toll finde und welche Vorzüge die Rikschas haben, erfährst du in den nächsten Zeilen.

Die Preise sind unschlagbar

Zugfahrkarte_Indien

Unser Zugticket von Varkala nach Kochi.

Da ich ja bekennende Sparfüchsin bin, spielt natürlich auch beim Verkehrsmittel meiner Wahl der Preis eine große Rolle. Indien war da wirklich eine angenehme Überraschung für mich. Keines der üblichen Verkehrsmittel ist dort teuer.

 

Taxi fahren in Indien

Taxifahren_Indien

Unser kostenloses Taxi nach Kochi.

Selbst eine Taxifahrt vom Flughafen zum Guesthouse kostet nur wenige Euro, auch wenn du dafür gefühlte Stunden durch den dichten Verkehr kutschiert wirst und dich vorher durch einen Pulk von arbeitshungrigen Taxifahrern kämpfen musst. Für etwa 4 Euro wurden wir beispielsweise innerhalb einer Stunde zum Flughafen gefahren. Die Strecke war nicht sonderlich lang, aber ich möchte wirklich nicht wissen, was diese Fahrt in Deutschland gekostet hätte. Die meiste Zeit haben wir im Stau gestanden und das Taxameter hat nur sehr kleine Sprünge gemacht.

 

Mein Lieblings-Verkehrsmittel in Indien: die Motor-Rikscha

Rikschafahren_Indien

Verkehrschaos in Mumbai.

Meine erste Rikschafahrt war direkt am ersten Tag in Indien. Chennai war einfach zu groß, um dort alles zu Fuß zu erledigen. Für eine gut 45-minütige Fahrt quer durch die überfüllten Straßen haben wir nur 2 Euro bezahlt und zurück sogar nur 1,30 Euro (die Strecke war etwas kürzer, aber wir hätten bei der ersten Rikscha wohl etwas handeln sollen). In Aleppey haben wir dann festgestellt, dass wir auch problemlos mit Gepäck in eine Rikscha passen. Im Taxi zu reisen mag vielleicht etwas komfortabler sein, aber es ist auch nicht so aufregend wie mit der Rikscha, die oft durch schmale Nebenstraßen fährt und sich in jede noch so kleine Lücke zwischen den Autos zwängt. Die Rikscha ist nicht unbedingt das günstigste Verkehrsmittel in Indien, aber es ist authentisch und du bist einfach mittendrin. Für längere Reisen würde ich jedoch lieber mit dem Bus oder dem Zug fahren.

 

Mit dem Bus durch Indien

Busfahren_Indien

Fahrkartenkontrolle auf dem Weg nach Varkala.

Die Städte scheinen hier alle sehr gut an das Busnetz angebunden zu sein. Wenn du erst einmal die richtige Haltestelle und den richtige Bus gefunden hast, ist das Reisen nicht nur super easy, sondern auch unschlagbar günstig. Für eine Strecke von über 50km haben wir insgesamt (wir mussten einmal umsteigen) nur 1,70 Euro bezahlt. Für zwei Personen. Es wäre sogar noch ein paar Cent günstiger geworden, wenn wir nicht zufällig den „Schnellbus“ erwischt hätten. Was an diesem Bus schnell war, war der Fahrstil. Starkes Beschleunigen gefolgt von starkem Abbremsen… immer und immer wieder. Und der Fahrer hatte seinen Finger unglaublich schnell an der Hupe. Ich hatte zwar schon vorher festgestellt, dass in Indien noch mehr gehupt wird als zum Beispiel in Thailand, aber dieser Busfahrer hat wirklich den Vogel abgeschossen. Er hat alles aus dem Weg gehupt, was Reifen oder Beine hat. Völlig rücksichtslos. Die Hupe war zudem unglaublich laut, so dass ich nach einer Weile meine Ohrstöpsel reingetan habe. Ohrstöpsel haben mir auf meiner Reise schon oft die Nacht gerettet und auf dieser Fahrt sogar den Tag. Nimm dir unbedingt welche mit, wenn du auf Reisen gehst. Sie kosten nicht viel, wiegen quasi nichts und erleichtern dir dein Leben ungemein. Abgesehen von diesen Punkten waren die Busfahrten in Indien aber wirklich angenehm. Da es keine Fensterscheiben gibt, wirst du die ganze Fahrt über vom Fahrtwind durchgepustet und musst nicht unnötig schwitzen. Die Sitze sind gut gepolstert und wenn du nicht gerade im letzten Teil der Strecke in den Bus steigst, passt du sogar mit deinem Rucksack in eine der Sitzreihen. Busfahren in Indien kann ich dir also wirklich empfehlen.

 

Meine Empfehlung für lange Strecken: der Zug

Zugfahren_Indien_guenstig_reisen

Ankunft an einem der vielen Bahnhöfe zwischen Varkala und Kochi.

Lange Strecken können mit dem Bus etwas anstrengend werden, da du höchstwahrscheinlich häufiger umsteigen musst und in den Städten gerne im Verkehrschaos stecken bleibst. Das Problem hast du mit dem Zug natürlich nicht und das indische Schienennetz ist unglaublich gut ausgebaut. Mit dem Zug kommst du in Indien eigentlich überall hin. Planst du eine weitere Strecke mit dem Zug zurückzulegen, solltest du dich rechtzeitig um Tickets kümmern, wenn du an einem bestimmten Tag an deinem Ziel ankommen möchtest. Die Züge werden von den Indern wirklich häufig genutzt und vor allem die günstigen Plätze ohne Klimaanlage in der sogenannten Sleeper Class sind schnell ausgebucht. Diese Erfahrung mussten wir machen, als wir von Varkala im Süden nach Mumbai weiter im Norden wollten. Eine beliebte Strecke, vor allem am Wochenende. Wir mussten letztendlich doch einen Flug für die Strecke buchen. Kümmere dich also ruhig eine Woche vor Reiseantritt um deine Zugtickets. Am einfachsten geht das, wenn du dich auf Cleartrip vorab informierst, welchen Zug du nehmen möchtest und dann zum Bahnhof gehst und dort die Tickets buchst. Online ist das zwar auch möglich, aber dafür brauchst du eine indische Telefonnummer und das ganze Anmeldeprozedere dauert eine gefühlte Ewigkeit. Hast du erst einmal dein Zugticket und sitzt auf deinem Platz, hast du ein paar sehr entspannte Stunden vor dir. Die Sitzbänke in der Sleeper Class sind weich gepolstert und an jedem größeren Bahnhof laufen Verkäufer mit Essen, Chai Tee, Kaffee oder kaltem Wasser durch die Gänge. Oft ergeben sich auch nette Gespräche mit deinen indischen Mitreisenden. Zugfahren ist meist etwas teurer als eine Busreise, dafür aber auch schneller und komfortabler. Für eine Strecke von etwa 180 km haben wir pro Person 160 Rupien, also gut 2 Euro bezahlt. In Deutschland dürftest du dafür nicht einmal in den Zug einsteigen. Auch das Zugfahren ist in Indien also ein günstiges Erlebnis, das du dir nicht entgehen lassen solltest.

 

Fazit

Innerhalb eines Ortes würde ich längere Strecken mit einer Motor-Rikscha zurücklegen. Die Fahrer sind meist sehr freundlich und können dich auch in entlegenere Ecken fahren. Mit einer Rikscha bist du also sehr flexibel unterwegs, aber vergiss nicht zu handeln. Ein Taxi würde ich dir nur dort empfehlen, wo du keine Rikscha findest oder wenn es in Strömen regnet oder du Übergepäck hast. Ansonsten lohnt sich der Aufpreis gegenüber der Rikscha meiner Meinung nach einfach nicht. Auf mittellangen Strecken ist das Preisleistungsverhältnis der Busse in Indien unschlagbar. Für etwas mehr Komfort auf langen Strecken empfiehlt sich dennoch eine gemütliche Zugfahrt, bei der du vor allem in der Sleeper Class schnell in Kontakt mit den Indern kommst.

Hast du noch Fragen zu einem der Verkehrsmittel? Ich beantworte sie dir gerne in den Kommentaren.

PS: Hier findest du Infos zu den Kosten für eine Bali Rundreise.

2 Comments

  1. Hihi, superspannend. Ich könnte mir das irgendwie so gar nicht vorstellen, mich in dieser Fremde einem Rikscha- oder Taxifahrer auszuliefern. Hattet Ihr auf der Reise nie einmal das Gefühl der Unsicherheit? Dass Ihr als Westler leichte Opfer wärt, die man nur in eine entlegene Ecke fahren muss und dort ausrauben kann?

    Indien ist doch irgendwie so ganz anders. Oder stelle ich mir das nur so vor?

    • Silke

      13. April 2016 at 10:54

      Hallo Sascha,
      Indien ist tatsächlich ganz anders, aber da wir vorher in Thailand und auf Bali waren, hatten wir einen sanften Einstieg in die asiatische Kultur. Wir hatten auch immer ein Handy mit einer offline Karte, so dass wir gucken konnten wo wir sind und ob der Fahrer einen Umweg macht. Passieren kann dir natürlich überall etwas, aber davor bist du auch in Europa nicht sicher. Auch ein Taxifahrer in Deutschland (oder in deinem Fall Spanien) kann dich entführen und ausrauben. Macht aber keiner. Genau wie in Indien.
      Wirklich unsicher habe ich mich nie gefühlt. Ich war aber auch nie alleine. Dann hätte das sicher anders ausgesehen.
      Liebe Grüße,
      Silke

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